Stendal l „Welch ein Glück!“ Auf diese passende Formel bringt Ulrich Paulsen das, was er in Form eines Schecks in Händen hält: eine 3000-Euro-Spende. Diese Summe bekam der Ambulante Kinderhospizdienst Altmark von den radelnden Schornsteinfegern auf ihrer „Glückstour“ überreicht. Eine der Stationen auf der 1000 Kilometer langen Strecke von Südwest- nach Nordostdeutschland war Salzwedel, wo nun vor Kurzem die Scheckübergabe als eine von mehreren für die Region stattfand.

Für Familien da

Der Ambulante Kinderhospizdienst Altmark hat im April seine Arbeit aufgenommen, möchte Familien beratend und unterstützend zur Seite stehen, die ein lebensverkürzt erkranktes Kind haben. 14 Ehrenamtliche bereiten sich derzeit in einem Qualifizierungskurs auf diese Aufgabe vor. Kathleen Tanger, die den Dienst in Gardelegen koordiniert, nimmt derweil Kontakt zu Kinderärzten der Region auf, um über das Angebot zu informieren und Kooperationen zu schließen. „In Klötze hat das schon Erfolg gezeigt, da gibt es Familien, für die unsere Hilfe in Frage kommt.“ Auch sei man schon in mehreren Begleitungen tätig, in einer bereits mit einer Ehrenamtlichen. Sie leisten keine Pflege und keine medizinische Sorge, sondern sind vorrangig für die psychosoziale Betreuung der Familien da.

Räume werden ausgebaut

Der Ambulante Kinderhospizdienst hat in Gardelegen seinen Sitz, will aber in der ganzen Altmark, also auch Stendal und Havelberg, sowie rund um Genthin und Oebisfelde tätig sein. Die größeren Räume für die Hauptstelle, die auch den Ambulanten Hospizdienst für Erwachsene in der Westaltmark beherbergt, werden jetzt umgebaut. „Dafür werden wir auch das Spendengeld verwenden“, so Tanger, es werden Schulungs- und Beratungsräume geschaffen, das Büro ausgestattet, das Gardelegener Trauercafé findet hier ebenso wieder seinen Platz. „Die Bauarbeiten sollen spätestens im Oktober beendet sein.“

Schon früh kontaktieren

Derweil aber können sich Familien, die für ihr Kind zum Beispiel eine tödliche Krebs- oder Tumordiagnose bekommen haben, beim Ambulanten Kinderhospizdienst melden. „Wir können die Familien auch schon begleiten und unterstützen, wenn sie die Diagnose bekommen haben, wenn die Kinder also in Bestrahlungs- oder Chemotherapie sind“, ermutigt Kathleen Tanger zur Kontaktaufnahme. Obschon sie wisse, dass Familien gerade in der ersten Zeit erst einmal damit zu tun hätten, alles zu verarbeiten und sich zu finden. „Es ist ein langer Weg für die Familien.“ Aber genau dabei können die Ehrenamtlichen helfen.

Kontakt zum Ambulanten Kinderhospizdienst: Tel. 03931/218338 (Stendal) oder Tel. 03907/7796020 (Gardelegen)