Stendal l „Wir haben uns auf Weihnachten besonnen, nicht so sehr auf Geschenke“, sagt Manuela Nitz, als sie am Donnerstag einen Scheck über 2000 Euro an das Stendaler Hospiz übergibt. „Für das Hospiz sind Spenden wichtig“, stimmt ihr Mann Thomas zu. Und nachdenklich fügt er an: „Wir haben eine Verantwortung. Wenn es einem gut geht, so wie uns, dann sollte man auch etwas tun und helfen.“

Familie Nitz, die am Donnerstag fast in kompletter Besetzung – lediglich die älteste Tochter fehlt arbeitsbedingt – gekommen ist, ist dabei „Wiederholungstäter“. Bereits im Vorjahr hatte sie in der Weihnachtszeit Geld für die Hospizarbeit zur Verfügung gestellt. Das Treffen vor Jahresfrist, auch der Beitrag der Volksstimme darüber, hätten sie tief berührt, machen Manuela und Thomas Nitz deutlich. Es sei ein „großes ideelles Geschenk“ gewesen und habe sie bestärkt, erneut dem Hospiz finanziell zur Seite zu springen.

Hospiz-Geschäftsführer Ulrich Paulsen unterstreicht, dass Spenden willkommen und notwendig sind. Sie fließen in die Betriebskosten ein. Und sie erfüllen den einen und anderen Extrawunsch. Wie die Nitz-Gabe. Damit wird die Einrichtung die kleine Küchenecke für den ambulanten Hospizteil erneuern. Sie stammt aus den Gründungstagen der Einrichtung, hat also 20 Jahre auf dem Buckel. „Damit wird es mal Zeit“, schätzt Paulsen ein und kündigt einen neuen Kühlschrank und zudem einen Geschirr- spüler an.

92 ehrenamtliche Helfer

Die Küchenecke wird unter anderem beim Trauer-Café und bei der jährlichen Erinnerungsandacht für die Verstorbenen im stationären Hospiz – sie fand erst vorgestern wieder statt – genutzt. Und auch bei der Ausbildung ehrenamtlicher Hospizhelfer.

Derzeit verfügt das Hospiz über 60 dieser Ehrenamtlichen, die im gesamten Kreis Stendal im ambulanten Bereich Menschen auf ihrem letzten Lebenabschnitt, aber auch Familienangehörige und Trauernde begleiten. Hinzu kommen 32 im Bereich Gardelegen. „Unser Ziel sind 100 einsatzbereite Ehrenamtliche“, sagt Paulsen. In diesem Zusammenhang berichtet er, dass im kommenden Jahr in Stendal und Gardelegen jeweils ein Ehrenamtlichenkurs veranstaltet wird.

Die Unterstützung der Hospizmitarbeiter hat Familie Nitz nicht unmittelbar erfahren, aber viel davon gehört, wie Manuela Nitz auf Volksstimme-Nachfrage erklärt. In ihrem Bekanntenkreis habe es jemanden gegeben, der im Hospiz begleitet wurde. „Das war eine große Hilfe“, sagt Manuela Nitz. Hektik sei ausgeräumt worden, Ruhe eingezogen – beim Sterbenden, bei seinen Angehörigen.

Auf Werbegeschenke verzichtet

Susanne Kanemeier, Koordinatorin ambulanter Hospizdienst, erklärt, dass die palliative Versorgung der Patienten denn auch nur eine Aufgabe sei. Mit Blick auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter meint sie: „Es ist wichtig, einfach nur da zu sein und die Familie zu unterstützen.“

Das ist letztlich auch das Anliegen, das Familie Nitz mit ihrer Spende verfolgt. „Auf die ganz großen Geschenke untereinander haben wir verzichtet. Die Spende fürs Hospiz ist unser Geschenk“, bekräftigt Thomas Nitz.

Und damit das so ausfallen kann, wie es nun ausgefallen ist, hat der Vermessungsingenieur mit eigenem Büro in Stendal, auch auf Werbegeschenke für Geschäftspartner verzichtet. Einer Reihe von ihnen hat er davon im Vorfeld erzählt und viel Zustimmung geerntet. Thomas Nitz dazu: „Damit haben wir zu Weihnachten gemeinsam Gutes getan.“