Stendal l Es ist ein Grundstück in bester Lage, den besten städtebaulichen Eindruck hinterlässt es allerdings nicht – das derzeit als Parkplatz genutzte Areal zwischen Deich- und Brüderstraße. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Interessenten, die dort ein Parkhaus oder Parkdeck bauen wollten. Es sollen drei eher lose Anfragen gewesen sein. Der Bebauungsplan für das Quartier war daraufhin so angepasst worden, dass die Vorhaben hätten umgesetzt werden können. Aus den Plänen ist bisher allerdings nichts geworden, aktuell liegt auch keine Interessensbekundung eines möglichen Investors vor. Darum will die Stadt noch einmal intensiv werben und das Grundstück ausschreiben.

Gestaltung soll sich dem Umfeld anpassen

Einfach verkauft werden soll das 2243 Quadratmeter große Areal aber nicht. „Bei der Verkaufsentscheidung wird vermutlich das beste Konzept entscheidend sein“, sagte Bärbel Tüngler, Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Liegenschaften, am Montag während der Sitzung des Liegenschaftsausschusses. „Wir wollen jetzt neue Ideen einholen“, ergänzte Planungsamtsleiter Axel Achilles.

Beide hoffen, dass bis zum Sommer Projekte für die künftige Gestaltung des Grundstückes vorliegen. Die bekannte Idee vom Parkhaus könnte ebenso dabei sein wie eine Wohnbebauung, eventuell mit Schließung der Baulücke an der Brüderstraße – es muss sich nur ins benachbarte Stadtbild einpassen. Damit sind unter anderem die Geschosshöhen vorgegeben. „Ich werde mit Argusaugen darauf achten, dass es keine übertriebenen Planungen gibt und keine Acht-Geschosser gebaut werden“, versicherte Achilles.

„Wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben. Die Fläche muss entwickelt werden“, reagierte Joachim Röxe, Vorsitzender der Linke/Grüne-Ratsfraktion, auf die Ankündigung. Sollte sich auch mit den neuen Verkaufsbemühungen kein Investor finden, „müsste sich die Stadt Gedanken machen“, so Röxe. Bei der weiteren Entwicklung des Areals sollte aber immer im Blick behalten werden, „wie sich die Pläne auf das Parkkonzept in der Innenstadt auswirken“. Er sprach sich dafür aus, „Wege zu finden, das Areal zu gestalten“, denn die Fläche sei eine der wenigen Baulücken in der Innenstadt.

Stadt bewirtschaftet Areal als Parkplatz

Angeboten werden soll das Grundstück für einen sanierungsbedingten Endpreis von 74 Euro pro Quadratmeter. Nach Ansicht einiger Ausschussmitglieder könnte der Gesamtkaufpreis – Grundstücksgröße mal Quadratmeterpreis würden zusammen rund 166.000 Euro ergeben – zu hoch sein, um Investoren zu locken.

Derzeit wird die Fläche zum Parken genutzt, unter anderem von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Anliegern, aber auch auswärtige Besucher der Stadt parken dort, wenn sie in der Innenstadt etwas zu erledigen haben. Der Parkplatz wird von der Hansestadt Stendal bewirtschaftet, Parker müssen am Automaten für den Parkschein zahlen.