Stendal l Das Interesse für das Projekt, das Simon Traut am Dienstag in der Kleinen Markthalle vorstellte, war definitiv vorhanden. Nur auf die Frage, wie man das denn umsetzen könnte, wurde keine Antwort gefunden.

Simon Traut gehört zur Schlesischen 27, einem Jugendkunsthaus aus dem hippen Berliner Stadtteil Kreuzberg. Vor sieben Jahren begründete er mit den „Jungen Pächtern“ ein Projekt, das bis in die Gegenwart nachwirkt, auch wenn es nur drei Jahre existierte. Die Schlesische 27, oder S27, wie sie sich mittlerweile nennt, stellte Berliner Jugendlichen in ihren Stadtteilen leerstehende Ladenflächen zur Verfügung, die sie ganz nach ihrem Gusto benutzen konnten.

Das Projekt entstand durch eine Umfrage, bei der die befragten Jugendlichen bemängelten, dass es für sie keinen Raum gibt, in dem sie ihren Interessen nachgehen konnten, ohne, dass ihnen ein Sozialarbeiter, Lehrer oder eine anderweitige Aufsichtsperson über die Schulter schaut und Anweisungen gibt.

Erschaffen in Eigenverantwortung

Gefördert durch den Berliner Projektfond für kulturelle Bildung wollte Simon Traut den Jugendlichen eine Chance geben, sich zu verwirklichen. Die Idee: Die Schlesische 27 mietet leerstehende Ladenlokale an, in denen die jungen Leute in Eigenverantwortung einen Raum für ihresgleichen Schaffen.

Die Vorgabe: Macht, worauf ihr Lust habt, wenn ihr Hilfe braucht sind wir da. Dabei raus kamen die unterschiedlichsten Konzepte: Bastlerwerkstätten für Tüftler, Kunstschmieden für Maler und Theatergruppen oder einfach „offene Wohnzimmer“, in denen sich die Jugendlichen treffen konnten zum quatschen und rumhängen.

Die Idee, einen Ort in Stendal zu schaffen, an dem sich Jugendliche ganz ohne Zwänge verwirklichen können, traf bei den Anwesenden auf helle Begeisterung. Denn die Fallbeispiele aus Berlin zeigten: Das Projekt vermittlelt den Jugendlichen durch die eigenständige Organisation nicht nur Verantwortungsbewusstsein und Selbstwertgefühl, sondern förderte auch eine ungeheure Kreativität zutage.

Interesse der Stendaler Jugend?

Auch wenn die Anwesenden der „Jungen Pächter“, des KinderStärken e.V. und der Dehnungsfuge, ein Projekt zur Stärkung von Demokratie, sich willig zeigten, ein solches Projekt zu fördern, so stellte sich doch die Frage, ob es überhaupt Stendaler Jugendliche gibt, die an einem Raum, für den sie Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Ideen ausleben können, Interesse hätten? Erst dann wisse man, ob ein solches Projekt für die Hansestadt überhaupt in Frage käme, stimmten die Anwesenden überein.

Bei Interesse für das Projekt bitte bei Julian Kirschning melden.