Umweltaktivismus

Stendal will sich nach dem beschmierten Marktplatz wieder mit Fridays for Future versöhnen

Von Antonius Wollmann
In Stendal wurde der Marktplatz bei einer Demonstration von Klimaschützern mit Kreide bemalt. Das hat nicht jedem gefallen, weil die Kreide länger haften blieb, als  erwartet.
In Stendal wurde der Marktplatz bei einer Demonstration von Klimaschützern mit Kreide bemalt. Das hat nicht jedem gefallen, weil die Kreide länger haften blieb, als erwartet. Foto: dpa

Stendal

Noch steht nicht fest, wie viel die Reinigung des Stendaler Marktplatzes von Farbresten in Folge einer Demonstration der Klimabewegung Fridays for Future kosten wird. „Aufgrund eines sehr ausgefüllten Terminkalenders bei der Fachfirma, mit der wir hier bereits in Kontakt stehen, werden wir die Angebote wohl frühestens Ende dieser Woche haben“, teilt Stadtsprecher Armin Fischbach auf Anfrage der Volksstimme mit.

Das weitere Vorgehen werde verwaltungsintern beschlossen, sobald die Angebote vorliegen, führt Fischbach aus. An dem Plan, die Kosten der Reinigung auf Organisatoren der besagten Demo vom März umzulegen, hält die Stadt fest.

Fridays for Future Stendal macht Eingeständnis

Trotzdem sind aus dem Rathaus versöhnliche Töne zu vernehmen, nachdem sich die Klimaaktivisten am Wochenende mit einem Statement im sozialen Netzwerk Instagram zu Wort gemeldet hatten. Sie hatten dabei eingestanden, die Wirkung der Sprühkreide falsch eingeschätzt zu haben.

Die Wortmeldung sei in der Stadtverwaltung mit Interesse zur Kenntnis genommen worden, so der Stadtsprecher. Man begrüße den friedvollen Grundton dieser Botschaft. „Das öffentliche Eingeständnis, dass die Hartnäckigkeit der Kreidefarbe unterschätzt wurde, nötigt Respekt ab“, heißt es aus dem Rathaus. Dass die Kommunikation aller Beteiligten im Vorfeld der Demonstration auf dem Marktplatz nicht optimal verlief, werde auch in der Stadtverwaltung so gesehen.

Stadt Stendal sieht Fridays for Future als Bereicherung

Für die Zukunft hoffe man, dass sich das Verhältnis wieder normalisiert. Die Aktivitäten der Gruppe werden durchaus als Bereicherung gesehen: „Wir begrüßen es, dass Fridays for Future weiterhin für ein gesundes Klima und verträgliche Lebensverhältnisse im ländlichen Raum eintritt“, sagt Fischbach.

In der Vergangenheit habe sich die Zusammenarbeit mit den Vertretern von Fridays for Future immer als sehr respektvoll und produktiv gestaltet. Das solle aus Sicht der Stadt auch so bleiben.

Die Teilnehmer der Demo hatten ihre Botschaften großflächig mit Sprühkreide auf dem Marktplatz hinterlassen. Im Nachgang blieb die Farbe aber am Pflaster haften. Auch eine Putzaktion der Aktivisten änderte daran nichts. Deswegen soll sich nun eine professionelle Firma darum kümmern.