Corona-Folgen für Fitness-Branche

Stendaler Fitnessstudios kämpfen immer noch mit den Folgen der Corona-Krise

Seit Ende Mai dürfen Fitnessstudios in Stendal wieder öffnen. Die Probleme haben sich für die Betreiber damit aber nicht in Luft aufgelöst. Der Schatten der Pandemie ist immer noch lang.

Von Antonius Wollmann
Fabian Schubert, Geschäftsführer des Stendaler Fitnessstudios Luxor, ist froh, dass er wieder Gäste empfangen darf.
Fabian Schubert, Geschäftsführer des Stendaler Fitnessstudios Luxor, ist froh, dass er wieder Gäste empfangen darf. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Auf den Steppern geben die ersten Kunden Vollgas, der Schweiß rinnt ihnen von der Stirn. Auch im Kraftbereich des Stendaler Fitnessstudios „Luxor“ wird um kurz nach acht Uhr hart gearbeitet. Wer nur flüchtig hinschaut, kriegt den Eindruck, dass es für Geschäftsführer Fabian Schubert nach dem Ende des Lockdowns wieder richtig rund läuft. Ihm quasi die Muckibude eingerannt wird, seitdem er den Betrieb am 31. Mai wieder aufgenommen hat.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. „Von normalen Zuständen sind wir leider noch sehr weit entfernt“, sagt der Stendaler. Etwa ein Viertel des normalen Angebots kann er momentan vorhalten. Gruppenkurse fallen zum Beispiel komplett aus, der Saunabereich blieb bis zuletzt geschlossen. Rehabilitationssport findet genauso nicht statt.

Testpflicht wirkt abschreckend auf Kunden

Die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes sind eng gesteckt. Um die Abstandsregelungen zu gewährleisten, muss jedem Kunden eine Fläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung stehen. Das reduziere die Zahl der Gäste automatisch, so Fabian Schubert. Trainieren darf außerdem nur, wer die „Drei-G-Regel“ erfüllt, also entweder getestet, geimpft oder genesen ist.

„Da man sich nicht unendlich kostenlos testen lassen kann, überlegen sich viele, ob sie ihre freien Tests wirklich für einen Besuch im Fitnessstudio opfern wollen“, berichtet der Luxor-Chef. Früher seien viele Kunden bis zu vier Mal zum Training gekommen. „Das ist unter diesen Umständen natürlich nicht möglich“, fügt er hinzu. Doch immerhin die Testregel könnte ab Sonnabend Geschichte sein, wenn weitere Lockerungen in Kraft treten.

Dass sein Studio nicht die gewohnten Angebote parat hat, wirkt sich wiederum auf die Einnahmen aus. Weil sie nur ein abgespecktes Programm haben, wird darauf verzichtet, die normalen Mitgliedsbeiträge abzubuchen. Seit dem vergangenen November ist das schon so. Gegenüber den Kunden sei eine andere Verfahrensweise kaum vertretbar. Die Folgen dieser Entscheidung treffen das Luxor trotzdem hart. „Ohne die staatlichen Hilfen sähe es wirklich sehr schlecht aus“, sagt Fabian Schubert.

Das bestätigt Thomas Kühn, Geschäftsführer des Fitnessstudios Galaxy an der Erich-Weinert-Straße in Stendal-Stadtsee. Zumal man aufgrund der Corona-Pandemie auf die sonst so umsatzstarken Herbst- und Wintermonate verzichten musste. „In dieser Zeit frisst man sich das Polster für den Sommer an“, sagt der Galaxy-Chef. Denn wenn es warm wird, zieht es die Menschen erfahrungsgemäß nicht zuerst ins Studio.

Sommerzeit ist keine Fitnessstudio-Zeit

Mit dem Sommerloch und den Folgen des Virus sei man fast doppelt bestraft. „Es ist fast schon ein Trauerspiel“, zieht Thomas Kühn ein bitteres Fazit. Es komme nun darauf an, bis zum Herbst durchzuhalten. Einer der wenigen positiven Aspekte: Ihm ist es gelungen, das kleine Team zusammenzuhalten. Seine Mitarbeiter widerstanden dem Drang, sich beruflich neu zu orientieren, als ihnen nichts anderes übrig bliebt, als zu Hause zu bleiben.

Ansonsten vereint die beiden Unternehmer der Wunsch, dass sich ein erneuter Lockdown auf keinen Fall wiederholt. Wieder von Woche zu Woche auf die Zahlen zu schauen, habe extrem geschlaucht. „Es war eine brutale Zeit“, sagt Fabian Schubert.