Stendal l Ein Tischler, der sich schwer damit tut, gefällte oder gar zu Brettern zersägte Bäume mit ansehen zu müssen... So einer ist Jens Traufelder und er findet es ja selbst ein wenig seltsam. Aber er hat nun mal ein Herz für alles Lebendige, sorgt sich um das Wohlergehen von Igeln, Mauerseglern und Katzen, leidet mit der von Trockenheit geplagten Pflanzen- und Tierwelt, kurzum: er liebt die Natur. Genauso wie seinen Beruf. Und ganz rational sagt er sich: „Ich weiß ja, ohne die filetierten Bäume im Hof könnte ich nicht leben.“ Oder vielleicht präziser: nicht in der Arbeitswelt existieren.

Mehr heimisches Holz

Darum sind es auch weniger „die schönen Dinge“, die die Tischlerei Moritz herstellt, sondern die praktischen: Fenster und Türen vor allem. „Das richtig Schöne ist heute einfach zu teuer,“, sagt Jens Traufelder, der sich diese Facette für seine Freizeit aufhebt. Skulpturen erschafft er gern, würde gern alte Möbel aufarbeiten... Während er bis vor einigen Jahren noch ganz angetan war von Olivenholz, hat er inzwischen die Schönheit heimischen Holzes, wie das alter Obstbäume, erkannt. Und er legt jetzt mehr Wert auf die Herkunft des Holzes, das er verarbeitet: „Wenn man sieht, wie in vielen Regionen abgeholzt wird... Wir haben doch eine Verantwortung den nachfolgenden Generationen gegenüber.“

Widrigkeiten durch die Wende

Sein Schwiegervater Bodo Moritz weiß einiges zu erzählen vom elterlichen Betrieb, den er 1973 vom Vater übernahm, der ihn wiederum am 1. Juli 1945 zunächst in einem Treckerschuppen in Röxe gegründet hatte. Er kann berichten von ökonomischen Widrigkeiten, wie insbesondere die Wendezeit alles von ihm abforderte, weil in neue Technik investiert werden musste, Aufträge nicht mehr selbstverständlich waren, ein harter Preis- und Konkurrenzkampf zu bestehen war.

Ein Glücksfall sei es gewesen, dass er im Schwiegersohn einen Nachfolger gefunden hat, dem er den Betrieb Anfang 2004 übergeben hat. „Ich habe zwei Töchter“, sagt Bodo Moritz, „aber keine ist Tischlerin geworden.“

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