Blutkrebs

Stendaler helfen, krebskranken Jungen aus Meitzendorf zu retten

Der Verein „Blaue Nase hilft“ sucht Stammzellen-Spender vor dem Impfzentrum in Stendal für 15-Jährigen aus Meitzendorf.

Von Leonie Dreier
Roger Altenburg erklärt Rike Herrmann, wie sie das Testkit verwenden muss. Sie lässt sich in Stendal typisieren.
Roger Altenburg erklärt Rike Herrmann, wie sie das Testkit verwenden muss. Sie lässt sich in Stendal typisieren. Foto: Leonie Dreier

Stendal - Für die 24-jährige Rike Herrmann aus Stendal war es keine große Sache, sich typisieren zu lassen. „Ich habe schon länger darüber nachgedacht“, sagt die Studentin und nimmt die Gelegenheit wahr, die ihr Roger Altenburg bietet. Der Vorsitzende des Vereins „Blaue Nase hilft“ aus Wolmirstedt sprach die junge Frau, die sich gerade gegen Corona hatte immunisieren lassen, vor dem Impfzentrum in Stendal an. Mit seiner Aktion, die seit dem 9. August in direkter Nachbarschaft des Impfzentrums stattfindet, verfolgt der Verein nur ein Ziel: Er sucht einen Stammzellen-Spender für Rene Splettstößer.

Der 15-Jährige aus Meitzendorf kämpft aktuell im Uniklinikum in Magdeburg um sein Überleben. Vor wenigen Wochen erhielt er nach einem Zusammenbruch die Diagnose Blutkrebs und musste schon einige Chemotherapien über sich ergehen lassen. Diese und weitere Therapien werden den Schüler aber nicht heilen können. Nur ein geeigneter Stammzellen-Spender kann Rene das Leben retten.

Blutkrebs: Ein Kampf gegen die Zeit

Sein Gegner heißt nicht nur Krebs, sondern auch Zeit. Denn je schneller ein genetischer Zwilling gefunden wird, umso höher sind Renes Überlebenschancen. „Die Zeit rennt davon“, sagt Roger Altenburg und untermauert den Ernst der Lage.

Um helfen zu können, gibt Rike Herrmann eine Speichelprobe ab. Die Probe kommt nach Magdeburg ins Labor. Dort wird überprüft, ob die Studentin als Spenderin für Rene in Frage kommt und sie wird gleichzeitig in die Stammzell-Spenderdatei aufgenommen. Sollte die Stendaler Studentin der gesuchte genetische Zwilling für Rene sein, würde sie nach sieben bis zehn Tagen kontaktiert. Im weiteren Prozedere würden ihr Stammzellen entweder direkt aus der Blutbahn oder bei einer Operation aus dem Knochenmark entnommen. Bei einer Entnahme aus dem Blut werden ihre Stammzellen zuvor mit einem Medikament vermehrt. „Im Labor werden die Stammzellen aufgearbeitet und für den Einsatz beim Erkrankten vorbereitet“, beschreibt Roger Altenburg den weiteren Ablauf.

Eintrag im Zentralen Knochenmarkspende-Register

Selbst wenn Rike Herrmann nicht als Spenderin für Rene Splettstößer in Frage kommt, kann sie anderen Patienten weltweit mit ihrer Typisierung helfen. Denn ihre Daten sind nun im Zentralen Knochenmarkspende-Register Deutschland (ZKRD) registriert. Das wird jedem Spender mit einem Ausweis bescheinigt.

Roger Altenburg selbst ist natürlich auch typisiert, konnte so bereits zwei Personen mit einer Stammzellen-Spende helfen. Er hofft, dass sich noch bis Freitag, 13. August, von 10 bis 16 Uhr viele Bürger in Stendal registrieren lassen, damit Renes Leben gerettet werden kann.