Straßenbau

Stendaler Straßenbau-Chef geht nach 43 Jahren in den Ruhestand

Manfred Krüger leitete jahrelang den Straßenbau in der Altmark. Mit etwas Wehmut geht er in der Ruhestand.

Manfred Krüger geht nach 43 Jahren iin Rente.
Manfred Krüger geht nach 43 Jahren iin Rente. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - wo

Ein bisschen Wehmut ist zu spüren, als Manfred Krüger durchs Foyer der Stendaler Niederlassung der Landestraßenbaubehörde zum Fahrstuhl geht. „Normalerweise habe ich mich immer dort eingeloggt“, zeigt er auf die Vorrichtung der Zeiterfassung. Meistens in der Früh um halb sieben trat er den Dienst in „seiner“ Behörde an. Dann ging es hoch ins Büro. Dorthin führt am Mittwoch noch mal der Weg. Doch dieses Mal ist es schon später Nachmittag, in der Hand hält er einen Karton statt seiner Aktentasche.

Es ist an der Zeit, Platz zu machen für seine Nachfolgerin. Am Montag hatte er seinen letzten Arbeitstag als Chef der Behörde. Die letzten persönlichen Gegenstände abholen. Das Foto vom Enkel auf dem Schreibtisch. Die Dartscheibe mit der großen schwarzen 60 drauf, die er damals von seinen Kollegen zum runden Geburtstag geschenkt bekam. Und noch das ein oder andere Erinnerungsstück an die 43 Jahre, die er in der Sachsenstraße im Stendaler Norden insgesamt verbracht hat.

Aufbewahrt hat er zum Beispiel all die Bänder, die durchgeschnitten werden, wenn Straßen ihrer Bestimmung übergeben werden. Darunter ein ganz besonderes. Die Farbe noch nicht Schwarz-Rot-Gold, sondern ein weißer Grund mit grüner Schrift. Von der Fernstraße 189 ist da noch die Rede, nicht von der Bundesstraße 189. „Das ist das Band der Ortsumfahrung Dahlen, die im Oktober 1989 eingeweiht wurde“, erzählt der Neu-Ruheständler, als er es in der Hand hält. Für ihn kein beliebiges Stück Stoff. „Über diese Straße habe ich meine Diplomarbeit geschrieben“, nennt der Straßenbauingenieur den Grund für die innige Verbundenheit mit dem Stück Stoff.

Es war sozusagen der Anfang von dem, was nach der Wende noch kommen sollte. An allen in der Altmark seit 1990 gebauten Ortsumgehungen war Manfred Krüger maßgeblich beteiligt. Dazu kommen zahlreiche Brückenbauwerke, am eindrücklichsten wahrscheinlich die Tangermünder Elbbrücke.

Mehrere Hundert Kilometer kommen da zusammen. „Das war auf jeden Fall mit großer Verantwortung verbunden“, erzählt er. Es waren schließlich Steuergelder im Spiel, die nicht verschwendet werden sollten. Wobei das Finanzielle ihn nicht vordergründig angetrieben habe. „Druck habe ich vor allem dahingehend gespürt, meinen eigenen Ansprüchen zu genügen“, erzählt Manfred Krüger .

Was nun kommt, für den bald 66-Jährigen? Die Hobbys pflegen. Tennis, Fußball, sein Kleingarten. Und Motorrad fahren natürlich. Wahrscheinlich über viele „seiner“ Straßen.