Stendal l Kleeblatt, Hufeisen, Marienkäfer, Schweinchen, Schornsteinfeger, Fliegenpilz, Lieblingssocken – welches der Glückssymbole ist Ihr liebstes? Fakt ist: Wer einen Glücksbringer bei sich trägt, der hat auch tatsächlich mehr Glück – das belegt eine Studie der Universität Köln. Grund hierfür ist die durch den Talisman steigende Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten. Psychologen nennen dieses Phänomen „Selbstwirksamkeit.“

Ziele stecken

Zeichen und Symbole des Glücks gibt es viele. Was es mit dem vierblättrigen Kleeblatt auf sich hat, weiß Daniela Krüger von der Stendaler Blumen-Manufaktur zu erzählen. „Der vierblättrige Klee aus Glückstöpfchen oder für Balkonkästen ist nicht derselbe wie auf der Wiese“, erklärte sie. Wobei der eigens für den Handel gezüchtete Oxalis tetraphylla nicht einmal ein echter Klee, sondern ein Sauerklee ist. Seine Heimat hat er in Mexiko und Südamerika, ist gegen Ende des 18. Jahrhunderts von einem spanischen Botaniker nach Europa mitgenommen worden.

Während die verblättrige Variante bei ihm der Regelfall ist, handelt es sich bei dem „echten Glücksklee“ um den Weißklee (Trifolium repens). „Bei ihm ist die vierblättrige Form eine Laune der Natur, die wirklich sehr selten vorkommt“, sagte die Fachfrau. Und Daniela Krüger hat auch ihre persönlichen Erinnerungen an den Klee, machte ihre Oma doch bei Halsschmerzen einen Tee für die Kinder daraus. „Und wenn die Schmerzen wegwaren, bedeutete das ja auch richtiges Glück“, fasste sie zusammen.

Wer übrigens glaubt, dass man entweder ein Glückspilz ist oder das Pech magisch anzieht, der täuscht sich. Prof. Karlheinz Ruckriegel, Glücksforscher an der Technischen Hochschule Nürnberg, weiß: „Um glücklich zu sein, müssen wir uns sinnvolle Ziele setzen. Dazu zählen: Zufriedenheit, persönliches Wachstum und Beiträge zur Gesellschaft.“ Die Forschung hat dabei Faktoren herausgearbeitet, die für unser Wohlbefinden entscheidend sind: Wertschätzung, soziale Beziehungen, Gemeinschaft, Gesundheit, Engagement, Freiheit sowie die innere Haltung und Lebensphilosophie.

Geld würde glücklich machen, ist ein Trugschluss. „Das Einkommen ist als Glücksfaktor sekundär. Sobald eine finanzielle Grundsicherung vorhanden ist, treten zwischenmenschliche Beziehungen in den Vordergrund.“ Wirklich wichtig ist also, dass wir jemanden an unserer Seite haben, der uns zuhört, dem wir uns anvertrauen können und der uns unterstützt.“ Und was macht einen Glücksprofi glücklich? „Mein virtuelles Dankbarkeitstagebuch, in dem ich zwei- bis dreimal Mal die Woche meine Gedanken festhalte“, so Ruckriegel.

Glück hat Dominoeffekt

Das Thema ist nicht nur am heutigen Glückstag in aller Munde. Gina Schöler, Leiterin der Bundesinitiative Ministerium für Glück und Wohlbefinden, will mit ihrer Organisation eine Plattform bieten. Sie sagte: „Glück ist für jeden etwas anderes. Mit meinem Ministerium will ich Anreize schaffen, sich intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen.“ Die Kommunikationsdesignerin hat erkannt, dass das Glücklichsein Konjunktur hat. Schöler erklärte: „Es hat definitv einen Dominoeffekt. Mit unserem persönlichen Glück helfen wir nicht nur uns, sondern beeinflussen auch Politik und Wirtschaft.“ Der Profi-Tipp der Botschafterin: „Nutzen Sie die Nebenwirkungen des Glücks! Für mich persönlich ist es die Verbundenheit – zu mir selbst und auch zu anderen. Egal ob Fremder oder Vertrauter.“