Stendal l Nach dem konkreten Datum gefragt, das am Anfang von 25 Jahren Tierheim steht, muss Carlo Jung passen. „Das kam so schleichend“, berichtet der Vorsitzende des Altmärkischen Tierschutzvereins Kreis Stendal. Der Verein, dem er seit 15 Jahren ehrenamtlich vorsteht, war 1990 gegründet worden. In diesem Jahr gab es dann Geld aus einer Erbschaft, vermacht von Edith Vogel. „Das Geld war der Grundstein, um von der LPG das Grundstück zu kaufen“, erinnert sich Carlo Jung. In den Jahren 1990/91 ist gleich damit begonnen worden, einen alten Schweinestall zum Hundehaus umzubauen, zudem wurden drei Container aufgestellt. Das Stendaler Tierheim wurde eröffnet, benannt nach Edith Vogel.

25 Jahre sind vergangen, das sieht man einigen Gebäuden auch an. Was damals noch ging, wird heute von der Bauaufsicht bemängelt, Stichwort Boxengrößen. Darum wurde das Katzenhaus I neu gebaut, der Neubau des Katzenhauses II befindet sich im Rohbau. Es wird neben Plätzen für Katzen eine Krankenstation für die Tiere und einen Aufenthaltsraum für Mitarbeiter bieten.

Neues Kleintierhaus vor zwei Wochen bezogen

Vor gut zwei Wochen wurde zudem das neue Kleintierhaus bezogen. Dort finden Meerschweinchen und Kaninchen einen Platz. Für die Aufnahme anderer Tiere hat die Einrichtung keine Erlaubnis. Vorbei die Zeiten, als auch schon mal Rennmäuse, Frettchen und Vögel abgegeben wurden.

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Als nächstes Projekt will der zirka 220 Mitglieder starke Tierschutzverein als Träger des Tierheims das alte Hundehaus (der ausgebaute Stall) abreißen und ein neues Gebäude errichten. Das soll in drei Bauabschnitten in den Jahren 2017 bis 2019 erfolgen. Genutzt werden soll Geld aus dem Bauhilfefonds des Deutschen Tierschutzvereins. Er gibt die Hälfte der Gesamtsumme, für die zweite Hälfte setzen die Tierschützer auf die derzeit acht Kommunen im Landkreis, die sich mit jährlichen Umlagen finanziell an der Unterhaltung von Sachsen-Anhalts größtem Tierheim beteiligen. „Wir haben mit allen Kontakt aufgenommen, die Gespräche laufen“, sagte Carlo Jung.

Sie liefen auch am Sonnabend während des Tierheimfestes, denn Vertreter der Kommunen hatten die Einladung gern angenommen. Geboten wurde etwas zur Unterhaltung und für das leibliche Wohl, in erster Linie aber viel Information. Tierheimleiterin Antonia Freist zum Beispiel führte die Gäste gern über das Areal.

Ausbildungsstation für Tierpfleger

Denn neben den Gebäuden und Zwingern für die Tiere gehören zum Tierheim auch ein Hundetrainingsplatz, der für Wesenstests ebenso genutzt wird wie für sportlich-spielerische Abwechslung im Hundealltag oder wenn Interessenten den Vierbeiner näher kennenlernen möchten. Auf der einen Seite daneben befindet sich ein Tierfriedhof, auf der anderen die Tierpfleger-Ausbildungsstätte des Berufsbildungswerkes. „Das Tierheim ist eine der Einsatzstellen für die Azubis“, erklärt Antonia Freist.

„Unser oberstes Ziel ist die Vermittlung“, sagt die Leiterin und fügt hinzu: „Wir vermitteln nur reinen Gewissens.“ Bevor ein Tier abgegeben wird, informieren sich die Mitarbeiter über das neue Zuhause, sprechen mit den künftigen Besitzern und beraten sie, damit sie sich mit dem neuen Mitbewohner ebenso wohl fühlen wie der Vierbeiner bei ihnen.