Stendal l Seit die Corona-Regeln gelockert wurden, steigen die Besucherzahlen in der Stadt Stendal – so zumindest das Gefühl der Stadt. „Unserem Eindruck nach kamen im Juni und Juli, als die Kontaktbeschränkungen weiter gelockert wurden, mehr Touristen nach Stendal als im Juni und Juli 2019“, teilt Armin Fischbach, Pressesprecher der Hansestadt, mit. „Die Gesamtzahlen werden aber unter denen von 2019 liegen, da März, April und Mai völlig weggefallen sind.“

Tendenziell wäre bereits in den vergangenen Jahren eine Zunahme an Gästen zu beobachten. „Wir sehen, dass die Nachfrage nach Stadtführungen in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist, weshalb wir zuletzt auch weitere Stadtführer ausgebildet haben.“

Gäste bleiben länger

Dies bestätigt auch der Stadtführer Arne Marzahn. Er sieht noch eine weitere Tendenz: „Der Trend geht weg von den Tagestouristen. Es gibt immer mehr Gäste, die für drei oder vier Nächte bleiben und dann von hier aus die Altmark erkunden.“

Eine Einschätzung, bei der die Ansichten auseinandergehen: „Der größte Teil der Menschen, die unsere Stadt besuchen sind Tagestouristen, die die hervorragende Zugverbindung von und nach Stendal nutzen“, meint Armin Fischbach.

Doch wie viele Touristen tatsächlich in die Hansestadt kommen, ob sie Tagestouristen oder Übernachtungsgäste sind, lässt sich nicht sagen – die Stadt erfasst die Daten nicht. Dies läge zum einen daran, dass die Stadt keine Kurtaxe erhebe und Hotels und Pensionen keine Übernachtungszahlen übermitteln würden. Zum anderen würden die Probleme der Erhebung bereits mit der Begriffsdefinition von Tourist anfangen. „Laut der Welttourismusorganisation ist derjenige ein Tourist, der eine Reise zu einem anderen Ort durchführt und dort zumindest zwei Tage verbringt, ergo mindestens eine Übernachtung in Anspruch nimmt“, so Fischbach. Dabei würden etwa Tagestouristen außer Acht gelassen.

Stadt fehlt ein Konzept

Die Probleme bei der Datenerhebung dürften einer der Gründe sein, warum die Stadt kein eigenes Tourismuskonzept besitzt. Stendal setzt stattdessen auf die Vernetzung der Region. „Ein eigenes Tourismuskonzept hat die Stadt Stendal nicht, da wir seit vergangenem Jahr Mitglied im kommunalen Zweckverband ‚ART‘ (Altmärkischer Regionalmarketing- und Tourismusverband) sind. Der ‚ART‘ kümmert sich seitdem umfassend um das Regionalmarketing“, so Armin Fischbach. Der „ART“ würde nach dem Kenntnisstand des Pressesprechers der Hansestadt zurzeit an einem Konzept arbeiten.

Stendal selbst setzt auf regionale und überregionale Werbung und die sozialen Medien, um den Tourismus in der Stadt anzukurbeln.