Stendal l Über einen Zeitraum von drei Jahren werden die Kreuzungen und Straßen im Bereich des Polizeireviers Stendal betrachtet. Kommt es in diesem Zeitraum zu sechs oder mehr Unfällen gelten sie als Schwerpunkte. Noch im vergangenen Jahresbericht galt die Kreuzung Blumenthal- und Nicolaistraße als eine solche Unfallhäufungsstelle. Im aktuellen Bericht erschien sie nicht mehr.

In den Jahren 2014 bis 2016 hatte es dort sechs Unfälle gegeben, bei denen sechs Personen leicht verletzt wurden. In fünf Fällen waren Fahrradfahrer beteiligt, die die Blumenthalstraße aus Richtung Bahnhof (von dort ist sie eine Einbahnstraße) befahren hatten und auf der Kreuzung mit Autos zusammengestoßen waren, die die Nicolaistraße aus Richtung Frommhagenstraße befuhren. Die ständige Unfallkommission im Landkreis, in der neben der Polizei auch das Straßenverkehrsamt mitarbeitet, nahm sich des Problems an. Die Lösung: Die Radfahrer dürfen die Straße entgegen der Einbahnfahrtrichtung benutzen. Zur Entschärfung der Kreuzung wurde ein Vorfahrt- beachten-Schild aufgestellt, außerdem zwei Parkplätze im Kreuzungsbereich abgeschafft, um für bessere Sicht zu sorgen. Der Umbau hatte Erfolg.

Doch Jana Buch, die die Verkehrsunfallstatistik 2018 des Polizeireviers Stendal vorstellte, konnte vor anderen Schwerpunkten in der Hansestadt warnen.

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Schützenplatz

„Am Mittwochmorgen ereignete sich auf der Bismarckstraße in Stendal ein Unfall mit drei Autos. Es kam zu Sachschaden. Die beteiligten Fahrzeuge waren zum Unfallzeitpunkt in Richtung Schützenplatz unterwegs. Das erste Fahrzeug musste anhalten, was von seinem Nachfolger bemerkt wurde. Er blieb ebenfalls stehen. Die Halterin des dritten Autos bemerkte das Geschehen zu spät und fuhr auf. Dabei schob sie die beiden vorderen Autos zusammen.“ So lautete eine Meldung vom 6. September vergangenen Jahres. Insgesamt gab es im Bereich der Schützenplatzkreuzung 15 Verkehrsunfälle, damit liegt der Bereich ganz vorne. Das heißt, alle 24 Tage hat es dort gekracht. Im vergangenen Jahr ereigneten sich in dem Bereich ebenfalls 15 Unfälle.

Nachtigalplatz

„Am vergangenen Donnerstag wurde in Stendal an der Kreuzung Nachtigalplatz gegen 13.10 Uhr ein zwölfjähriger Radfahrer von einem Auto angefahren. Der Junge erschien kurze Zeit nach dem Unfall mit seinem Vater in der Wache des Polizeireviers. Beim Überqueren der Fahrbahn wurde das Hinterrad durch ein Auto erfasst, das aus der Tangermünder Straße kam und in Richtung Südwall weiterfuhr“, stand am 27. November in der Volksstimme. Insgesamt kam es dort im vergangenen Jahr zu 15 Verkehrsunfällen. Das sind zwar deutlich weniger als im Jahr zuvor, allerdings qualifiziert diese Anzahl den Nachtigalplatz nach wie vor zum Unfallschwerpunkt.

Auffahrt B 188/B 189, Auffahrt

„Das Krad und der Pkw mit Halle-Kennzeichen waren gegen 14.30 Uhr am Schnittpunkt der beiden Bundesstraßen 188/189 nahe der Lüderitzer Straße zusammengestoßen, weil der Motorradfahrer in der kurvigen Abfahrt auf die Gegenfahrbahn geraten war. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Motorrad förmlich auseinandergerissen. Ein Rettungshubschrauber brachte den schwerverletzten Mann ins Magdeburger Klinikum. Die Bundesstraße war bis 17 Uhr gesperrt“, berichtete die Volksstimme am 7. April vergangenen Jahres.

Immerhin 14 Verkehrsunfälle ereigneten sich in diesem Bereich. 13 davon waren Auffahrunfälle, weil ein nachfogender Fahrer nicht den vor ihm verkehrsbedingt haltenden Wagen beachtete. Diese Stelle ist neu in der Liste der Unfallschwerpunkte, im Jahr zuvor hatte es sieben Unfälle gegeben.

Magdeburger Straße/ Magdeburger Straße/

„Eine 58-jährige Citroën-Fahrerin übersah am Montag gegen 11 Uhr an der Magdeburger Straße beim Abbiegen auf ein Hofgelände einer Autovermietung einen 70-jährigen Radfahrer und kollidierte mit diesem. Der Fahrradfahrer verletzte sich dabei und wurde in das Krankenhaus eingeliefert“, berichtete die Volksstimme am 13. Februar.

Um 50 Prozent gesteigert hat sich die Anzahl der Unfälle in diesem Bereich. Allerdings liegt sie mit sechs (2017: vier) deutlich unter den Unfallzahlen der anderen Schwerpunkte.