13. Meßdorfer Musikfesttage: Ausverkauftes Eröffnungskonzert mit Bläserquintett "Carion"

Virtuose Dänen begeistern Publikum

Von Axel Junker

Unter dem Motto "Jetzt schlägt’s dreizehn" starteten am Sonnabend die Meßdorfer Musikfesttage in ihre 13. Konzertsaison. Den Auftakt bestritt das dänische Bläserquintett "Carion". Konzertbesucher und Musiker waren gleichermaßen begeistert von der Virtuosität der jungen Dänen.

Meßdorf. Neben dem vom Publikum begeistert aufgenommenen Auftritt des jungen Spitzenensembles "Carion" aus Dänemark stand am Sonnabend in Meßdorf auch die Zahl "13" im Mittelpunkt. Nicht nur deshalb, weil die 13. Meßdorfer Musikfesttage unter dem Motto "Jetzt schlägt’s dreizehn" am 13. August eröffnet wurden. Pfarrer Norbert Lazay erinnerte mit Blick auf das Datum an den Bau der Mauer, der vor 50 Jahren begann und bis 1989 für ein geteiltes Deutschland sorgte. "Wenn die Mauer nicht gefallen wäre, stünden wir heute nicht hier", erklärte Pfarrer Norbert Lazay beim Empfang im Meßdorfer Bürgerhaus. "Wir hätten keine restaurierte Kirche, keine restaurierte Orgel und keine Meßdorfer Musikfesttage."

Meßdorfs Ortsbürgermeister Uwe Lenz konnte zum Sektempfang verkünden, dass das Eröffnungskonzert ausverkauft ist. Passend zum Auftritt des dänischen Bläserquintetts wurde den geladenen Gästen vor Konzertbeginn "Smørrebrød" (Smörebröd – kleine Schnittchen) gereicht. Darüber freuten sich sicherlich auch die fünf Musiker, die von einem Auftritt in Riga nach Meßdorf kamen und bereits am Sonntag in Oberstdorf ein weiteres Konzert gaben.

Das dänische Ensemble "Carion" musizierte mit Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott – alles ohne Noten und Notenständer. Letzteres gibt den Musikern die Möglichkeit, untereinander und mit dem Publikum zu kommunizieren. Das gelang auf erfrischende Weise. Nur nicht beim jeweiligen Ende der Stücke. Die Zuhörerschaft war sich zum Teil unsicher, wann sie mit dem Klatschen einsetzen durfte. Doch die Verunsicherung schien, aufgrund beschriebener Kommunikation, vielleicht auch ein wenig provoziert.

Das Konzert begann mit "Sechs Bagatellen für Bläserquintett" von György Ligeti. Für die originellste Interpretation des Stückes erhielt das Ensemble 2004 beim Kammerwettbewerb des dänischen Rundfunks den Spezialpreis. Es folgte das "Concerto Nr. 2 a-Moll BWV" nach Antonio Vivaldi. Johann Sebastian Bach hatte es zwischenzeitlich für die Orgel bearbeitet, der Israeli Mordechai Rechtmann, ein renommierter Fagottist und Komponist, hat das Stück aber noch einmal neu komponiert. "Das ist jetzt die beste Form", befanden die fünf dänischen Musiker.

Das junge Ensemble setzte das Konzert mit rumänischen Volkstänzen fort. Zunächst von Béla Bartók für Klavier geschrieben, arrangierte es "Carion"-Hornist David Palmquist über 100 Jahre später für Piccolo-Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott neu. "Ich kannte das Stück und dachte: Das hört sich ganz gut an", erklärte Palmquist dem Meßdorfer Publikum den Grund für das neue Arrangement. Es folgte ein Stück von Mozart, ebenfalls von Palmquist "umkomponiert", sowie drei kurzweilige Zugaben. "So viele Zugaben mussten wir noch nie geben", freuten sich die fünf Musiker mit dem Publikum.

Bereits beim Empfang zum Auftakt der Meßdorfer Musikfesttage nahm Uwe Lenz eines vorweg: "Die 14. Meßdorfer Musikfesttage finden auf jeden Fall statt." Die Protagonisten Lazay und Lenz seien bereits mit ersten Vorbereitungen befasst. Am 28. August folgt aber zunächst das zweite Konzert der diesjährigen Reihe. Auf dem Programm steht Kammermusik von Bach mit dem Ensemble "Affettuosa borussica" aus Berlin.

www.messdorfermusikfesttage.de