Gestern war Richtfest für Anbau der Bindfelder Kita / Platz für Bewegungsraum und Elternportal

Von der Scheune in den Neubau

Von Volker Langner

Der Kinderbauernhof in Bindfelde wächst. Gestern feierte die Schulz-Völz gGmbH Richtfest für einen Anbau an seiner Kindertagesstätte.

Bindfelde l "Hier hat sich eine Menge verändert", sagte Franziska Völz gestern, als auf dem Kinderbauernhof Richtfest gefeiert wurde. Die 19-Jährige, die in Hamburg studiert, zählte bei der Eröffnung der Hof-Kita 1997 zu den ersten drei Kindern, die dort betreut wurden. Inzwischen bietet die Kindereinrichtung 75 Mädchen und Jungen Platz.

Und immer bessere Bedingungen, glaubt Alexandra Keune von der Schulz-Völz gGmbH. "Der Anbau dient nicht der Erweiterung unserer Platzkapazität, sondern der Erhöhung unserer Qualität, begründet sie. Er enthält unter anderem einen Bewegungsraum. Gegenwärtig nutzen die Kinder dafür eine ehemalige Scheune, die aber nicht beheizbar ist und deshalb im Winter nur teilweise zur Verfügung steht.

Krippenbereich wird saniert

Installiert wird auch ein Behinderten-WC, um die angestrebte Barrierefreiheit und mögliche Betreuung von Kindern mit Behinderung zu gewährleisten. Schließlich beherbergt der Anbau ein Elternportal, in dem sich Mütter und Väter treffen und austauschen können, Gespräche mit den Erziehern möglich sind sowie pädagogische Angebote für kleinere Gruppen unterbreitet werden können.

Der Anbau bildet eine Einheit mit der Sanierung des Bindfelder Krippenbereiches. Im September, so Keune, sollen die Krippenkinder nämlich übergangsweise in den Neubau umziehen. Dann wird ihr Domizil grundlegend erneuert. Das umfasst den Betreuungsbereich und die Sanitärtrakte für zwei Gruppen. "Im Dezember möchten wir fertig sein", gibt Keune das ehrgeizige Ziel aus. Dann sollen die jüngsten Kinderbauernhof-Bewohner in ihre angestammten, aber rundum erneuerten Räume zurückziehen.

Investitionssumme liegt bei 800000 Euro

Für die Bauarbeiten sind insgesamt 800000 Euro veranschlagt. Über 80 Prozent davon fließen aus einem Fördertopf der Europäischen Union und aus dem Krippenausbauprogramm des Bundes. "Wir haben uns erstmals um Fördermittel beworben - das war schon 2008 - und nun auch erstmals Fördermittel erhalten", freut sich Keune. Mit 125000 Euro ist die Stadt Stendal im Boot. "Wir bezuschussen den regulären Betrieb der freien Träger, aber auch Bauvorhaben wie jetzt in Bindfelde", erklärt Barbara Janssen, Sachgebietsleiterin Kindertageseinrichtungen, die gestern zum Gratulieren beim Richtfest war. Insgesamt gibt es in der Hansestadt Stendal neun freie Träger im Kita-Bereich, darunter Nahrstedt und Bindfelde im ländlichen Raum.

Dort sollen sich nun mit dem Neubau die Bedingungen verbessern, für "ein Kinderherz voll Freud\' und Wonne", wie Zimmermann Tilo Hoffmann beim Richtspruch anmerkte.