Wischer l Thomas Posselt war erstaunt, als er am Wochenende erstmals in diesem Jahr das Waldbad Wischer besuchte. Erstaunt über den hohen Eintrittspreis, den er selbst als „Eintrittswucher“ bezeichnet. As er den Preis gelesen hat, habe es ihn „fast umgehauen“, erklärte er gegenüber Volksstimme. Eine Tageskarte kostet ab diesem Jahr fünf Euro. Bislang waren es drei Euro. Posselt rechnet zusammen: Das ist „also eine Preissteigerung von 66 Prozent, das ist für mich echt überteuert“.

Posselt sprach auch mit anderen Gästen vor Ort. Alle „haben es als eine Frechheit empfunden“, sagte er der Volksstimme. „Mir ist klar, dass die Preise angepasst werden müssen, aber gleich so überzogen?“, fragt er. Und fügt hinzu: „Es ist ja schließlich ein normales Waldbad und keine Luxusbadeanstalt.“

Schlechter Sommer

Die Preiserhöhung war unerlässlich und hätte genaugenommen schon früher erfolgen müssen, erklärt Michael Bathge. Der Waldbad-Pächter muss hohe Kosten abfangen. „Wir hatten im vergangenen Jahr einen schlechten Sommer. Der Mindestlohn kommt auch noch hinzu“, erklärt er. Schlechter Sommer bedeutet für den Waldbad-Pächter weniger Einnahmen. Die Kosten an sich bleiben aber bestehen.

Bilder

Aber auch Sonne satt bedeutet nicht gleich viele Besucher und hohe Einnahmen. Bathge blickt auf das zurückliegende Wochenende, ein Wochenende mit sommerlichen Temperaturen. „Leider war das Waldbad trotzdem nicht gut besucht.“ Ein Grund könnte der Feiertag mit Brückentag sein. Das lange Wochenende könnte viele animiert haben, wegzufahren. Aber heiße Temperaturen bedeuten gerade zu Beginn der Saison noch keine warmen Wassertemperaturen. Das Wasser im See braucht einige heiße Tage, ehe es sich erwärmt. Und der Trend vom Wochenende zieht in die neue Woche weiter. „Heute haben wir 28 Grad, aber null Besucher. Und trotzdem sitzt jemand an der Kasse, trotzdem ist der Imbiss geöffnet. Und das muss bezahlt werden“, rechnet Bathge zu Wochenbeginn vor.

Pflege, Personal, Pacht

Ein Arbeitstag im Waldbad, da kommen locker 13 Stunden zusammen. Das Bad ist zu pflegen, Personal zu bezahlen und auch die Pacht muss gezahlt werden. Hinzu kommt der Campingplatz. „Bricht mir dort ein Dauercamper weg, fehlen Einnahmen“, sagt Bathge. Als überteuert oder gar Wucher empfindet Bathge die neuen Preise nicht. Er weist auf das „Altoa“ in Stendal hin. Dort koste eine Tageskarte mehr als das Doppelte seines Tagespreises. „Für vier Euro gibt es dort nur eineinhalb Stunden“, schließt er ab. Die Gemeinde Hassel investierte dieses Jahr in moderne Sanitäranlagen. Demnächst soll im Bereich des Waldbads der See entkrautet werden. Diese Maßnahmen schlagen sich jedoch nicht in den Preisen nieder.