Umweltaktivismus

Waldbesetzer im Forst bei Stendal bekommen 5-Tage-Frist gesetzt

Von Regina Urbat und Ralf Franke
Per Megafon werden die Besetzter des Privatwaldes in Losse bei Seehausen über die Verletzung zahlreicher rechtlicher Bestimmungen belehrt und aufgefordert, das Lager fristgemäß zurückzubauen.
Per Megafon werden die Besetzter des Privatwaldes in Losse bei Seehausen über die Verletzung zahlreicher rechtlicher Bestimmungen belehrt und aufgefordert, das Lager fristgemäß zurückzubauen. Ralf Franke

Stendal/Seehausen

Innerhalb der nächsten fünf Tage soll das illegal errichtete Baumhauslager in einem Privatwald bei Seehausen zurückgebaut sein. Mit dieser, am Donnerstag unter Polizeischutz vor Ort verkündeten Fristsetzung setzte die Verwaltung des Landkreises Stendal ihre Ankündigung von Mittwoch in einem ersten Schritt um.

Beamte der Polizeiinspektion Stendal sichern den Einsatz im Forst bei Stendal ab.
Beamte der Polizeiinspektion Stendal sichern den Einsatz im Forst bei Stendal ab.
Foto: Ralf Franke

Laut Mitteilung von Landrat Patrick Puhlmann (SPD) sollten alle dem Kreis zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel gegen die Besetzung des Waldgebiets eingesetzt werden, weil die jungen Frauen und Männer gegen eine Vielzahl von gesetzlichen Bestimmungen verstoßen würden. Gegen welche, darüber wurden die Besetzer nun per Megafon der Reihe nach von Mitarbeitern des Ordnungs-, Bau- und Umweltamtes belehrt. Ebenso mit aller Deutlichkeit darüber, dass sie Privateigentum in Beschlag genommen haben. Das alles wurde per Video dokumentiert, bevor nach etwa 30 Minuten der Einsatz beendet war.

Waldbesetzer: A-14-Protestler bei Stendal halten sich bedeckt

Von den Protestlern gegen den A-14-Bau, die aus allen Ecken Deutschlands stammen und sich seit dem 23. April in dem Wald bei Losse festgesetzt haben, gab sich am Donnerstag niemand zu erkennen. Die Frauen und Männer hielten sich im dunklen Hintergrund der beiden Baumhausbuden auf und schienen vorgewarnt gewesen zu sein. Sie warteten mit hochgezogenen Aufstiegshilfen auf das, was da kommen sollte.

In Begleitung der vier Mannschaftswagen der Polizeiinspektion mit etwa 20-Mann-Besatzung war am Vormittag auch Rüdiger Kloth (Freie Wähler). Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen begrüßte das Engagement seitens der Landkreis-Behörden. Kloth: „Wir in Seehausen können nicht allein der Prellbock sein.“

„Es werden weitere Maßnahmen folgen. Der Landkreis ist nicht bereit, diese Protestaktion zu dulden“, teilt Sebastian Stoll (CDU), erster Beigeordneter des Landrates, mit. Er leitete den Einsatz der Mitarbeiter des Landkreises im Seehäuser Forst.

Unter anderem verstoßen die Waldbesetzer gegen das Baurecht, teilt Kreissprecherin Angela Vogel mit. Ihre Unterkünftige seien nicht genehmigt und inmitten eines Waldes errichtet worden. Auch das Aufstellen von Zelten und Wohnwagen sei nicht gestattet, da die Aktivisten dafür die Zustimmung des Waldbesitzers benötigen, und diese Zustimmung fehle, informiert Angela Vogel.