Anti-A14-Protest

Waldbesetzer im Losser Forst bei Seehausen blockieren Auto des Ordnungsamts

Das Ordnungsamt hat die Waldbesetzer bei Losse besucht, um sich ein Bild über die Zustände im Camp zu machen. Die A-14-Gegner reagierten gereizt. Zwei von ihnen versuchten die Abreise der Kreismitarbeiter zu stören.

Von Antonius Wollmann 13.07.2021, 18:00
Das Ordnungsamt des Landkreises Stendal begleitetet am 1. Juli eine Abordnung des AfD-Kreisverbandes Stendal bei ihrem Besuch der Waldbesetzung im Losser Forst. Eine Woche später inspizierte die Behörde die Versammlung der Waldbesetzer.
Das Ordnungsamt des Landkreises Stendal begleitetet am 1. Juli eine Abordnung des AfD-Kreisverbandes Stendal bei ihrem Besuch der Waldbesetzung im Losser Forst. Eine Woche später inspizierte die Behörde die Versammlung der Waldbesetzer. Archivfoto: Andreas König

Losse - Mitarbeiter des Ordnungsamtes des Landkreises haben in Begleitung mehrerer Polizisten am vergangenen Mittwoch das Camp der Waldbesetzer bei Losse (Verbandsgemeinde Seehausen) besichtigt. Im Anschluss versuchten zwei Teilnehmer des Anti-A14-Protests, ein Auto der Kreismitarbeiter bei deren Abreise zu blockieren. Entsprechende Berichte der A-14-Gegner in den sozialen Medien bestätigt Angela Vogel von der Pressestelle der Kreisverwaltung. Nach wenigen Minuten gaben die Blockierer jedoch auf. Die bereits abgerückte Polizei musste nicht zurückehren, um die Situation aufzulösen.

Das Ordnungsamt wollte sich nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Magdeburg, das eine Räumung verhindert hatte, einen Überblick über die Zustände im Camp verschaffen, informiert die Pressesprecherin über die Gründe der Visite. Eine spezielle Gefahrenlage sei nicht der Anlass gewesen.

Bei den Besetzern kam der Besuch naturgemäß nicht besonders gut an. In ihrem Internet-Blog berichten sie, dass sie die Abordnung mehrfach dazu aufforderten die Besichtigung zu beenden. Stattdessen solle man schriftlich mit der Versammlung in Kontakt treten.

Darüber hinaus seien die Kreismitarbeiter und Polizisten mit „wütenden Unmutsbekundungen aus den Baumhäusern“ bedacht worden, heißt es auf der Internetseite. Die Besetzer hätten sehr emotional reagiert und erfolglos zu provozieren versucht, schreibt auch Angela Vogel.

Als Provokation werteten die Protestierenden wiederum, dass fast das gesamte Gelände inklusive Toiletten und Kompost in Augenschein genommen wurde. Ziel der Aktion sei es einzig und allein, „die Besetzung zu kriminalisieren.“

Die intensive Kontrolle sei dem Umstand geschuldet, dass niemand mit den Ordnungsamtsmitarbeitern kooperieren wollte, so Angela Vogel. Der Landkreis Stendal hatte versucht, per Allgemeinverfügung eine Räumung des Protestcamps zu veranlassen, war aber am Oberverwaltungsgericht Magdeburg gescheitert. Das werteten die Waldbesetzer als von der Versammlungsfreiheit gedeckt. Eine erneute Verfügung des Landkreises ist in Arbeit.