Stendal l Am 10. August hat das Betreuungsforstamt Nordöstliche Altmark reagiert. Seitdem gilt im Landkreis Stendal die maximale Waldbrandgefahrenstufe 5. Die Gefahr eines Waldbrandes wird als sehr hoch eingeschätzt. Die Forstbehörde darf damit einen Wald sperren. Ausnahmen gelten für Waldbesitzer sowie für Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Die Volksstimme hat bei der Freiwilligen Feuewehr Stendal und dem Landkreis nachgefragt, wie man der Herausforderung begegnet.

Wie laufen die Vorbereitungen?

Für die Stendaler Wehr spielt das Thema nicht nur in den Sommermonaten eine Rolle. Da es in der Vergangenheit auch im Herbst und Winter zu Vegetationsbränden gekommen ist, sei man während des ganzen Jahres in Alarmbereitschaft, sagt Stadtwehrleiter Martin Jurga.

Auf Kreisebene hat die Vorbereitung im Januar begonnen, wie die Pressestelle des Landkreises Stendal mitteilt. Das Betreuungsforstamt, die Integrierte Leitstelle Altmark (ILS-Altmark), die Brandschutz- und Katastrophenschutzbehörden und die Kreisbrandmeister des Landkreises Stendal und des Altmarkkreises Salzwedel kamen zusammen, um die Ereignisse des vergangenen Jahres auszuwerten. Im Ergebnis dieser Beratungen wurden in den zurückliegenden zwei Jahren die Löschwasserentnahmestellen in den Waldbrandeinsatzkarten komplett überarbeitet. Auf den unterschiedlichen Ebenen und Größenordnungen finden außerdem regelmäßig gemeinsame Übungen statt.

Sind die Wehren personell gut aufgestellt?

Die Einsatzbereitschaft der Stendaler Wehr habe in den vergangenen Jahren nicht gelitten, sagt Martin Jurga. Er räumt aber ein, dass es in einigen Ortswehren besonders in der Urlaubszeit zu Engpässen kommen kann.

Auf den gesamten Landkreis bezogen, sieht es da etwas schwieriger aus. „Die personelle Einsatzbereitschaft, insbesondere werktags zwischen 6 und 18 Uhr, ist in allen Feuerwehren äußerst angespannt“, schätzt das Sachgebiet „Brand-, Katastrophen- und Zivilschutz“ im Ordnungsamt des Landkreises Stendal ein. Die Tageseinsatzbereitschaft sei daher nur durch die Zusammenarbeit mehrerer Ortsfeuerwehren abgesichert. Hinsichtlich der Einsatzbereitschaft und den großen zusammenhängenden Waldflächen in den ländlichen Regionen bestehe gerade bei der ersten Alarmierung ein durchaus erhebliches personelles Defizit.

Wie sieht es in technischer Hinsicht aus?

Grundsätzlich sind die Feuerwehren für den sogenannten Grundschutz aufgestellt, teilt die Pressestelle des Landkreises mit. Die technischen Mindestanforderungen seien in diesem Falle im Landkreis überwiegend gegeben. Eine spezielle technische Ausrüstung oder gesonderte Fahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung seien allerdings nur eingeschränkt vorhanden. Zum Beispiel in Stendal. „Technik zur Waldbrandbekämpfung halten wir in unterschiedlicher Form vor. Zum einen kann die Standardlöschtechnik eingesetzt werden, und zum anderen haben wir besondere Waldbrandsets,“ erklärt Martin Jurga.

Der Einsatz dieser speziellen Technik müsse jedoch unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit und mit besonderen Augenmaß erfolgen. Des Weiteren hält die Stendaler Wehr vier spezielle Tanklöschfahrzeuge vor.

Wie sieht es beim Löschwasser aus?

Die Stendaler Feuerwehr hat einen Einsatzplan entwickelt, der es ihr ermöglicht, innerhalb von 30 Minuten rund 30 000 Liter Löschwasser an jede Einsatzstelle in ihrem Zuständigkeitsbereich zu liefern. Von diesem Einsatzplan können auch die Nachbargemeinden profitieren, ist doch festgelegt, welche Einheiten bei Löschhilfe in anderen Gemeinden zum Einsatz kommen, ohne den eigenen Grundschutz zu gefährden.

Welche Schwierigkeiten drohen außerdem? Welch

Bei der Waldbrandbekämpfung lauern Gefahren an jeder Ecke. So zum Beispiel durch Hochspannungsleitungen am Waldrand oder durch Schieberstationen von Pipelines. Schwierige Geländebedingungen, umgestürzte Bäume und munitionsgefährdete Bereiche machen den Brandbekämpfern ebenfalls das Leben schwer.

Wie sind die Zuständigkeiten geregelt?

Der Brandschutz, insbesondere die personelle und technische Ausstattung der Feuerwehren, liegt in der Zuständigkeit der Einheits- und Verbandsgemeinden.

Der Landkreis unterstützt die Feuerwehren im Hintergrund mit der feuerwehrtechnischen Zentrale, durch Schulungen, durch Koordinierung und durch die Kommunikation über die Integrierte Leitstelle Altmark.