Winterdienst

Warum Stendal den Schnee nicht wegräumt

Nicht alle Straßen in Stendal werden vom Winterdienst beräumt. Das sorgt nach dem schneereichen ersten Februar-Wochenende für Ärger.

Von Antonius Wollmann 09.02.2021, 00:01

Stendal l Die Stendaler Stadtverwaltung hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Straßen in der Innenstadt nicht ausreichend vom Schnee zu befreien. Schon nach dem ersten Februar-Wochenende mit Neuschnee hatten sich Leser der Volksstimme darüber beschwert. Nun ist es dieses Wochenende durch Sturmtief Tristan noch dicker gekommen. Überall in der Stadt sind Straßen mit Schnee bedeckt, die der Winterdienst scheinbar nicht berücksichtigt hat. Rutschgefahr en gros – vor allem in der Innenstadt und rund um den Dom.

„Bereits sonntagabends und in der Nacht auf Montag wurden erste Straßenzüge im Stadtgebiet und auch in der Innenstadt freigemacht“, tritt Stadtsprecher Armin Fischbach auf Nachfrage der Volksstimme dem Vorwurf der Untätigkeit entgegen. Der Winterdienst habe die Straßen in städtischer Verantwortung schnellstmöglich im Rahmen seiner Möglichkeiten geräumt. Ansonsten hätte am Montag wohl niemand aus der Innenstadt herausfahren können, so Fischbach. Davon abgesehen seien die Kommunen verpflichtet, bei Schneefall im Rahmen ihrer Möglichkeiten tätig zu werden. Dies sei laut dem Stadtsprecher so auch geschehen. 29 Straßen genießen dabei Priorität, unter anderem die Bruchstraße und Breite Straße. Demnach also nicht die Straße rund um den Dom zum Beispiel.

Nichtsdestotrotz könne man angesichts der aktuellen Wetterlage nicht erwarten, dass die Straßen vollständig vom Schnee befreit werden. „Der Winterdienst kann nur tätig werden, wenn der Schneefall ausreichend nachgelassen hat. Andernfalls schneit es hinter den Fahrzeugen direkt wieder zu und man schiebt die Schneemassen nur umher“, beschreibt der Stadtsprecher die Problematik.

Die starken Schneeverwehungen würden ihr Übriges tun und erschwerten die Arbeit des Winterdienstes zusätzlich. Mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Kräfte teilt Fischbach mit, dass sechs Mitarbeiter des Bauhofes mit fünf Fahrzeugen im Einsatz seien.

Unterstützt werden sie von externen Firmen. Die räumten mit 38 Personen und 22 Fahrzeugen die Straßen.

Fahrradwege werden dabei nicht berücksichtigt. Sie haben bei der Räumung keine Priorität, sagt Fischbach. „Das Fahrrad ist bei derartigen Witterungsbedingungen kein geeignetes Fortbewegungsmittel, und die Menschen sind angehalten auf das Auto oder den öffentlichen Personennahverkehr auszuweichen, sofern dieser fahren kann.“ Alternativ müsse zu Fuß gegangen werden. Fischbach rät außerdem: „Die Menschen müssen sich auch eigenständig und eigenverantwortlich auf das Wetter einstellen.“

Zum Glück weniger Probleme hatten und haben hingegen viele Bürger mit den Schneeverwehungen und anhaltendem Schneetreiben. So sind augenscheinlich die Gehwege in vielen Teilen der Stadt - und hier vor allem Innenstadt - besser passierbar als die Straßen, dank der eingehaltenen Räumpflicht.