Umbenennung

Änderung der Namensbezeichnung der Stadt: Wird Stendal jetzt umbenannt?

Der Stadtratsvorstand regt an, den Namenszusatz der Hansestadt Stendal zu erweitern. Zukünftig könnte auf den Hochschulstandort aufmerksam gemacht werden.

Von Antonius Wollmann
Erhält der Roland, der sogenannte Retter der Hanse, bald Gesellschaft in Form des Hochschulwappens als Vertreter der Stadt Stendal? Fotos: Mike Kahnert/Nora Knappe

Stendal. Der Vorstand des Stadtrates - Peter Sobotta (Freie Stadträte), Rita Antusch(SPD), Christel Güldenpfennig (CDU) - strebt eine Änderung der Namensbezeichnung der Stadt Stendal an. Der Titel „Hansestadt“ würde dann mit dem Zusatz „Hochschulstadt“ ergänzt werden. Offiziell wäre in diesem Falle entweder von der „Hochschul- und Hansestadt Stendal“ oder „Hanse-und Hochschulstadt Stendal“ die Rede.

Auf eine Reihenfolge wollen sich die drei in dem entsprechenden Antrag, der der Volksstimme vorliegt, noch nicht festlegen. Über den Vorschlag soll zunächst am 5. Mai im Hauptausschuss und danach am 31. Mai im Stadtrat Mai abgestimmt werden. Um eine parteiliche Vereinnahmung zu verhindern hat der zur Neutralität verpflichtete Stadtratsvorstand in dieser Sache die Initiative ergriffen.

Signalisiert der Stadtrat seine Zustimmung, wird anschließend die Stadtverwaltung in einem zweiten Schritt aufgefordert, die mit einer Änderung verbundenen bürokratischen und finanziellen Hürden zu überprüfen. Im Alleingang kann das Gremium jedoch nicht über die Änderung befinden, auch wenn die Hindernisse als klein erachtet werden.

Prorektor schwärmt von den Vorteilen

Die Einwohner seien grundsätzlich einzubeziehen, merkt Stadtsprecher Armin Fischbach an. Er schaut noch einmal zurück auf die letzte Namensänderung, „als bei einem Bürgerentscheid eine Mehrheit für den Namen „Hansestadt Stendal“ votierte und die Stadt anschließend den entsprechenden Antrag bei der Kommunalaufsicht stellte.“ Denn diese übergeordnete Behörde muss in einem letzten Schritt ihr Okay geben.

Der Stadtratsvorstand begründet den Antrag mit einer Aufwertung des Images der Stadt, die mit einer Umbenennung einhergehe. Zudem würde ein entsprechender Beschluss dazu beitragen, den Hochschulstandort langfristig zu sichern. Im Vorfeld hätten bereits Vertreter der Hochschule Kontakt mit den im Stadtrat vertretenen Fraktionen aufgenommen, um das Projekt vorzustellen.

Dies bestätigt Volker Wiedemer, derzeit Prorektor des altmärkischen Standortortes der Hochschule Magdeburg- Stendal. An der Formulierung des Antrages sei er natürlich nicht beteiligt gewesen, aber „das Thema haben wir begleitet.“ Wenig überraschend ist er von der Initiative sehr angetan: „Die Hansestadt Stendal würde damit zeigen, welche Bedeutung die Hochschule hier hat.“ Vor allem die Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Zukunft bei dem Namenspaar gefällt Wiedemer ausgesprochen gut.

Außerdem verspricht sich der Prorektor positive Effekte für seine Institution. Schließlich erfahre jeder Besucher, dass es hier eine Hochschule gibt. „Außerdem fände sich der Zusatz in jedweder Kommunikation der Stadt, angefangen vom Ortsschild bis zur Webseite. Das macht doch neugierig“, merkt der Professor an.

Wie groß die bereits angesprochenen finanziellen und bürokratischen Folgen für die Stadt ausfallen werden, könne laut Fischbach momentan nur schwer eingeschätzt werden. Er gibt aber zu, dass einiger Aufwand auf die Verwaltung einprasseln würde: „Sollte es als offizieller, vollwertiger Namenszusatz gemeint sein, müssten wir eine ganze Reihe Änderungen vornehmen. Die Personalausweise und die Stadtschilder müssten angepasst werden, ebenso die Website der Stadt“, nennt er nur drei Beispiele.