Stendal l Ohne die grüne Karte geht nichts auf dem Stendaler Wochenmarkt. Eine Mitarbeiterin des Stendaler Ordnungsamtes händigt sie den Besuchern aus, bevor diese sich ihren Einkäufen widmen. Coronabedingt dürfen sich maximal 100 Person auf dem Ausweichstandort auf dem Parkplatz zwischen Brüder- und Deichstraße aufhalten, es herrscht außerdem Maskenpflicht.

Nach dreiwöchiger Zwangspause ist das Markttreiben am Mittwoch wieder aufgenommen worden. 20 von 23 Händlern sind dabei, drei haben wegen Krankheit abgesagt, teilt Stadtsprecher Armin Fischbach mit.

Weniger Kunden auf Wochenmarkt

Rudi Eisenga ist zufrieden, dass er seinen Käse wieder an den Mann oder die Frau bringen darf: „Ich bin froh, dass die Stadt diese Lösung gefunden hat. Mit der Zufahrt und dem Aufbau hat auch alles geklappt.“ Obwohl er zugeben muss, dass das Kundenaufkommen geringer ist als auf dem angestammten Marktplatz. Glücklich ist auch eine Kundin, die sich bei ihm ordentlich mit Käse eindeckt. „Schön, dass sie wieder da sind“, verabschiedet sie sich nach ihrem Einkauf.

Michael Siebert, besser bekannt als „Jurken Micha“, teilt diese Begeisterung nicht. Er spart nicht mit Kritik. „Man hatte knapp sieben Monate Zeit, um sich Gedanken zu machen, den Marktplatz corona-konform zu gestalten. Offensichtlich ist das nicht passiert.“ Andere Städte wären da viel hilfsbereiter und umsichtiger gewesen. Die Lösung auf dem Parkplatz sei alles andere als optimal. „Auf dem Schotterboden haben besonders ältere Menschen Probleme. Wer auf einen Rollator angewiesen ist, kommt schnell ins Stolpern.“