Landtagswahl 2021

Xenia Schüßler (CDU) aus Stendal packt gern an – beim Werkeln daheim und im Ehrenamt

Die 40-jährige Xenia Schüßler tritt bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt als CDU-Direktkandidatin im Wahlkreis 4 (Stendal-Bismark) an. Nach vielen Jahren in der Kommunalpolitik will sie nun Verantwortung auf Landesebene übernehmen.

Von Donald Lyko
Mit dem Ostwall hat Xenia Schüßler direkt vor der Bürotür in Stendal einen grünen Ort für die kleinen Pausen im Alltag.
Mit dem Ostwall hat Xenia Schüßler direkt vor der Bürotür in Stendal einen grünen Ort für die kleinen Pausen im Alltag. Foto: Donald Lyko

Stendal

Xenia Schüßler packt gern an – und das nicht nur im wahrsten Sinne des handwerklichen und gärtnerischen Wortes. Aber beim Abschleifen alter Balken im Haus, bei Reparaturen oder als Pflanzen-Kümmerin fühlt sich die gebürtige Stendalerin so richtig wohl. „Haus und Hof, das ist wirklich meins“, sagt die 40-Jährige. Kürzlich erst hat sie für die vier Hasen, die neben zwei Katzen zur Familie gehören, eine Transportkiste gezimmert. Werkeln und Gärtnern sind für sie „Erholung pur“.

Seit 2016 eine eigene Kanzlei als Rechtsanwältin

Und ein guter Ausgleich zum Berufsalltag der Rechtsanwältin und Berufsbetreuerin. Zur Juristerei hat sie über einen kleinen Umweg gefunden. Nach dem Abitur 1999 am Comenius-Gymnasium in Stendal hatte sie an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität ein Management-Studium begonnen. Die Vorlesungen zu Rechtsthemen weckten nicht nur ihr Interesse, sondern Lust auf mehr davon. Darum wechselte sie 2002 an die Rostocker Universität, legte dort ihr erstes Staatsexamen der Rechtswissenschaften ab und später am Oberlandesgericht Naumburg ihr zweites Staatsexamen. In all den Jahren stand für sie fest: Es geht zurück in die Heimat. „Ich wollte nie weg. Ich liebe Stendal und die Altmark. Wir haben hier doch alles, was wir brauchen“, sagt sie mit Blick auf Kita und Schule, auf die Verkehrsanbindung, auf Kultur und Einkaufsmöglichkeiten. Ihre Verbundenheit hat sie in ihren Wahlkampf-Slogan gepackt: Heimat mit Herz. Als Kind der Region wisse sie, „wie der Altmärker tickt“. Das möchte sie als eine der Stimmen aus dem Landesnorden nutzen, wenn es mit dem Einzug in den Landtag klappt.

Nach ihrer Rückkehr nach Stendal arbeitete Xenia Schüßler als Personalleiterin bei der Lebenshilfe. Seit 2013 ist sie als Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Verkehrsrecht und Bußgeldverfahren sowie Sozialrecht tätig, seit 2016 selbstständig mit eigener Kanzlei. Zudem ist sie Berufsbetreuerin. Im Mai 2014 wurde ihre Tochter geboren. „Aktuell kann ich sagen: Alles richtig gemacht“, so die alleinerziehende Mutter.

Wie ein roter Faden zieht sich Xenia Schüßlers Engagement für andere und das Gemeinwohl durch ihre Vita. Ob im Fachschaftsrat an der Uni, als Arbeitsgruppen-Sprecherin während des Referendariats oder als Jugendsprecherin im Kreissportbund – die Stendalerin übernimmt gern Verantwortung. Auch in der Kommunalpolitik. In welcher Partei sie sich am besten aufgehoben fühlt, stand von Anfang an fest: „Ich war schon immer CDU-affin, wollte aber erst mein Studium abschließen.“ Nachdem sie sich einige Veranstaltungen angeschaut hatte, trat sie 2009 in die Partei ein und übernahm im Laufe der Jahre immer mehr Ehrenämter.

Engagiert im Frauenhaus-Verein und für die Feuerwehr

Sie ist Beisitzerin im Kreisvorstand, stellvertretende Vorsitzende im Stadtverband, Vorsitzende des Kreisverbandes der Frauen-Union und Beisitzerin im CDU-Landesvorstand. Seit 2019 gehört sie dem Stadtrat an und hat als sachkundige Einwohnerin einen Sitz im Kreis-Sozialausschuss. Die 40-Jährige engagiert sich zudem als stellvertretende Vorsitzende des Frauenhaus-Vereins und als Mitglied im Förderverein der Stendaler Feuerwehr.

All das spielte im vergangenen Jahr in die Entscheidung hinein, bei der Direktkandidaten-Nominierung der Stendaler CDU den Hut in den Ring zu werfen. „Ich bin jetzt an dem Punkt, an dem ich mehr politische Verantwortung übernehmen möchte“, begründet Xenia Schüßler ihre Kandidatur. Doch bevor sie das öffentlich gemacht hat, gab es viele Gespräche mit der Familie, „denn ohne deren Unterstützung würde es nicht gehen“.