Kastrationspflicht

Zu viele wilde Katzen werden in Tangerhütte zum Problem

Für mehr Tierschutz wollen zwei Fraktionen im Tangerhütter Stadtrat die Gefahrenabwehrverordnung der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte ändern lassen. Es geht um freilaufende und verwilderte Katzen, die in den 32 Orten der Kommune zunehmend zum Problem werden.

Von Birgit Schulze
Junge Katzen, die Freilauf bekommen, sollen künftig kastriert und gechipt sein.
Junge Katzen, die Freilauf bekommen, sollen künftig kastriert und gechipt sein. Foto: Birgit Schulze

Tangerhütte - Die Tierschutzgruppe „Havel-Elbe-Tanger“ im Bundesverband Tierschutz war an Tangerhütter Stadträte herangetreten, um auf das Problem verwilderter und freilaufender Katzen aufmerksam zu machen. Das habe in den vergangenen Jahren auch im Bereich Tangerhütte und umgebende Dörfer deutlich zugenommen, fasst Edith Braun, Vorsitzende der Stadtratsfraktion „WG Lüderitz“ zusammen.

In Anlehnung an einen Antrag, wie er bereits in den Stendaler Stadtrat eingebracht worden war, wolle man sich deshalb auch in Tangerhütte für eine Neuregelung der Gefahrenabwehrverordnung einsetzen, erklärt Edith Braun. Auch Rita Platte, Vorsitzende der Wählergemeinschaft „Altmark/Elbe“ hat beantragt, die Verordnung mit Blick auf die Katzenhaltung zu ändern.

So soll für neu geborene Katzen, die Freilauf haben, eine Kastrationspflicht mit Nachweis durch den Tierarzt eingeführt werden, außerdem sollen diese mit einem Chip versehen und in einem Heimtierregister eingetragen werden. Ausnahmen sollen auf Antrag für die Zucht von Rassekatzen möglich sein. Darüber hinaus solle für die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte eine verbindliche Regelung für die Kastration halterloser Katzen in Abstimmung mit Tierschutzvertretern erarbeitet werden. Das soll zu viele Tiere, zunehmende Krankheiten und Revierkämpfe vermeiden.

Tierschützer fangen derzeit wilde Katzen ein

Initiativen aus ehrenamtlichen, aber vom Tierheim beauftragten Tierschützern übernehmen derzeit das Einfangen verwilderter Katzen. Sie würden diese dann auch ins Stendaler Tierheim zur Sterilisation oder Kastration, so erklärt es die Verwaltung in einer Stellungnahme zum Antrag. Für die privaten Freigänger-Katzen, die das Problem starker Vermehrung mit beschleunigen, sollen die Halter in die Verantwortung genommen werden.

Das Tierheim Stendal selbst sei bereits schon an die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte herangetreten, damit diese die Maßnahmen zur Kastration finanziell unterstützt. Die Verwaltung wolle für die kommenden Jahre rund 500 Euro pro Jahr einplanen, die für derartige Ausgaben des Tierheims in den Haushalt einzustellen wären.

2015 war die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte aus einem Vertrag mit dem Tierheim Stendal, das in Tangerhütte eine Katzenauffangstation betrieben hatte, ausgestiegen. Hintergrund war die angekündigte deutliche Steigerung eines Entgelts für das Einfangen und Betreuen herrenloser Hunde und Katzen, die unter anderem mit einem Anstieg des Mindestlohnes begründet worden war. Über die Änderung der Gefahrenabwehrverordnung sollen in den nächsten Wochen Ortschaftsräte und Ausschüsse beraten, entscheiden soll dann der Stadtrat im Juli.