Osterweddingen l Der Gemeinderat des Sülzetals macht sich dafür stark, für den Neubau einer Turnhalle in Osterweddingen Fördermittel des Bundes in Anspruch nehmen zu wollen. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in Osterweddingen stimmte die Mehrheit der Mitglieder mit zwölf Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und keiner Enthaltung dafür.

Ob die neue Turnhalle in Osterweddingen tatsächlich gebaut wird, hängt von den Fördermitteln ab. Die Gemeinde wird sich bemühen, in das Förderprogramm des Bundes „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in den Jahren 2016 bis 2018 aufgenommen zu werden. Da das Sülzetal in diesem Jahr über keinen Haushalt verfügen wird und für 2016 einen ausgeglichenen Etat anstrebt, muss die Kommunalaufsicht der Umsetzung des Projektes zustimmen.

Wie es in der Begründung der Beschlussvorlage zur möglichen Inanspruchnahme der Fördermittel heißt, erfülle die vorhandene Sporthalle in Osterweddingen aus baulicher Sicht und mit der derzeitigen Ausstattung nicht den Anforderungen. Erforderliche Sanierungen und Umbauten seien wirtschaftlich nicht durchführbar, da die Bausubstanz bereits massiv beschädigt sei.

Der Neubau der Schulsporthalle in Osterweddingen stelle nach den Buchstaben des Beschlusses „einen maßgeblichen Punkt des Gemeindeentwicklungskonzeptes dar“. In dem zukünftigen Gebäude seien neben dem Schulbetrieb Räume für den Radsportverein Osterweddingen vorgesehen. Es werde ein Ort der Begegnung geschaffen, der eine Schlüsselrolle für die gelebte Integration darstelle. „Sport führt Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammen, kennt keine Sprachbarrieren und ist hervorragend als Brücke zur Integration in weitere gesellschaftliche Bereiche geeignet“, heißt es in dem Beschluss wörtlich.

Als Kosten für die neue Zweifeldersporthalle in der Dodendorfer Straße 30 in Osterweddingen nennt der Beschluss gemäß einer groben Schätzung 3,5 Millionen Euro. 750 000 Euro dieser Kosten seien nicht förderfähig durch das angestrebte Programm, da sich dieser Anteil der Finanzierung auf den Teil der Halle bezieht, der durch den Radsportverein genutzt wird. Bleiben förderfähige Kosten in Höhe von 2,75 Millionen Euro, davon müsse die Gemeinde 1,51 Millionen Euro tragen. Zuzüglich der 750 000 Euro, was einen Gesamtfinanzierungsbedarf für das Sülzetal von 2,26 Millionen Euro ergibt.

Es gibt noch ein zweites Finanzierungsmodell, bei dem sich der Eigenanteil der Gemeinden auf 1,02 Millionen Euro verringert. Diese Art der Finanzierung richtet sich an Gemeinde, die sich in einer sogenannten Haushaltsnotlage befinden. Diese Haushaltsnotlage sei vorab durch das Land Sachsen-Anhalt beziehungsweise durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Börde zu bestätigen. Werde die Notlage anerkannt, übernehme der Bund maximal 90 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten.

Der Beschluss des Gemeinderates, sich um die Förderung des Bundes für den Bau einer neuen Sporthalle in Osterweddingen zu bemühen, sei nach den Worten des Gemeinderatsvorsitzenden Guido Heuer (CDU) hingegen noch keine Bestätigung, dass das Vorhaben tatsächlich in die Tat umgesetzt werde. Dazu bedürfe es eines gesonderten Beschlusses des Gemeinderates. Vorbehaltlich, das Vorhaben werde vom Bund gefördert.