Langenweddingen l Im Lauf dieser Woche kommen Experten einer Spezialfirma aus Brehna ins Freibad Langenweddingen und gießen den Betonboden im Bereich für die Nichtschimmer. In Vorbereitung dafür leisteten am vergangenen Sonnabend im Freibad Langenweddingen viele freiwillige Helfer einen Arbeitseinsatz. Ziel war es, den Boden des Beckens zu reinigen und zu verdichten.

„Das würde locker das Doppelte kosten, wenn wir nicht alle selbst mit anpacken würden“, meinte der Vorsitzende des Fördervereins des „Freibads Langenweddingen 1928“, Norbert Dregger. Viel Zeit für weitere Erklärungen hatte er an diesem Morgen aber nicht. Schon hatte er sich wieder einen Eimer genommen und holte auf dem Vorplatz neuen Sand für die Verfugungen.

„Die Experten aus Brehna werden zwei Tage lang bei uns zu tun haben“, schätzte Dregger. Geplant seien zwei Lagen Stahlbewehrung, damit das „auch alles hält“. Den Großteil der Kosten stemmt der Förderverein, nach den Informationen Dreggers, über das Spendenaufkommen. „Ein Teil fehlt aber noch, damit wir die 17 000 Euro zusammen haben.“

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Die Vorbereitung des Bodens war aber an diesem Tag nur ein Punkt, mit dem die Helfer zu tun hatten. Das gesamte Gelände ist über 20 Hektar groß, da mussten die Grünanlagen ausgebessert, Sträucher beschnitten, Laub gerecht, das Kassenhäuschen geputzt und die Sanitäranlagen auf Vordermann gebracht werden.

Schnittholz zu Holzkohle veredelt

Einen ganz besonderen Clou hatte sich dabei Klaus Jacobs ausgedacht. Das Schnittholz wurde nicht einfach entsorgt. Nein, er steckte es in seinen Kontiki. Hiermit produzierte er durch sauerstoffarme Verbrennung Pflanzkohle, die später dann als Dünger oder Beigabe zum Kompost genutzt werden kann.

Mit seinem landwirtschaftlichen Großgerät kam Landwirt Bernd Kay. Mit seinem Trecker schaufelte er einen neuen Zugang frei und verteilte auch gleich den nötigen Sand darauf. „Es ist doch gut, wenn alle so helfen, wie sie es am besten können“, meinte Kay, „dann sind wir auch schneller fertig. Ich verräume hier die Erde. Das ganze Engagement hier am Freibad kann man doch nur unterstützen.“

Janine Nagel schnappte sich einen Rechen und ging damit durch den Kies, um das Laub auf einen Haufen zusammen zu kehren. „Ich arbeite hier, auch am Samstagmorgen, für uns und unsere Kinder. Das wird im Sommer bestimmt wieder superschön, wenn wir hier abends alle gemütlich zusammensitzen können.“

Alle mit dabei zu sein

Nicole Oeltze brachte ihren zwölfjährigen Sohn Richard mit. Sie habe immer ihren Anteil geleistet, von Beginn an. Das müsse alles schon stimmen, wenn die Saison los geht. Für ihren Sohn Richard war es sonnenklar, dass er mit dabei ist. „Ich werde im Sommer wieder jeden Tag hier hin kommen und schwimmen wollen, da ist es doch klar, dass ich jetzt mithelfe. Außerdem haben wir hier im Freien zusammen mit unserem Trainer Ingo Friedel unser Handball-Training, da hinten auf dem Platz.“

Steffen Pasedag schob derweil laut krachend den Rüttler vor sich her, um die Erde so richtig zu verdichten. Auch er hatte morgens zu Hause keine Minute gezögert und stand pünktlich um 9 Uhr am Eingang des Freibads, um mit Dregger zu besprechen, wo er am besten helfen kann.

Pasedag: „Ich arbeite hier für meine Kinder und natürlich auch für unser Dorf. Das Freibad soll auch in dieser Saison wieder die gewohnte Qualität haben, damit wir und unsere Gäste einen tollen Freibad-Sommer haben können.“

Für Norbert Dregger stehen derweil schon die kommenden Themen der Arbeitseinsätze im Freibad fest: „Beckenausbesserungen, Säubern, Streichen, Grünanlagenpflege... bei unserer alten Dame gibt es immer wieder was zu tun.“