Bergen l In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Gesicht der Kommende in Bergen sehr gewandelt. Elisabeth und Walter Kremer haben hier ein Landeskulturgut mit moderner Landwirtschaft gepaart und investiert, um die alten Gebäude der Kommende zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen.

Zum Beispiel haben im ehemaligen Schafstall jetzt Pferde ein „Zuhause“ gefunden und ist gleich daneben eine riesige moderne Maschinenhalle als Lückenbebauung entstanden. Andererseits wurde der Glockenturm restauriert und ist zuletzt auch noch der ehemalige Kuhstall im vorderen Bereich den modernen Nutzungsbedingungen entsprechend hergerichtet worden. „In 20 Jahren ist kein ein Jahr vergangen, in dem nicht an irgendeinem Gebäude auf dem Hof etwas gemacht worden ist“, erinnert sich Elisabeth Kremer. Teilweise sind in Absprache mit den Denkmalschutzbehörden während der Sanierungsmaßnahmen Kompromisse für die Gestaltung gefunden worden, mit denen beide Seiten gut leben konnten.

Konzepte zur neuen Nutzung

Doch eine Lücke in der Bebauung – nämlich rechts und links des historischen Torbogens, wo 1978 die Gebäude abgerissen worden sind – blieb. Und genau dieser werden sich in den kommenden Monaten Architekturstudenten im Rahmen des studentischen Architekturwettbewerbs „Messeakademie 2018“ widmen. „Keine Planspiele, sondern realistische Objekte machen die ‚Messeakademie‘ attraktiv“, heißt es in einer Pressemitteilung zur zehnten Auflage des Wettbewerbs, der im Rahmen der europäischen Leitmesse „denkmal“ stattfindet. Zum diesjährigen Thema „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau.“ werden überzeugende Konzepte und Lösungen zur neuen Nutzung wertvoller denkmalgeschützter Bausubstanz gesucht. Die frühere Deutschordenskommende in Bergen ist eines von drei Objekten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, das die Leipziger Messe GmbH als Wettbewerbsveranstalter in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Denkmalschutz ausgewählt hat.

Bei Elisabeth Kremer ist die Freude groß, dass am morgigen Dienstag die Studenten ihre Arbeit mit einem Vor-Ort-Termin beginnen. „Ich bin selbst überrascht, dass wir als Wettbewerbsobjekt ausgewählt worden sind“, erklärt sie, kann sich aber vorstellen, dass das Projekt sehr spannend wird. Nicht zuletzt, weil junge Leute, vielleicht auch ganz moderne Ideen haben, mit der alten Bausubstanz umzugehen.

Historische Toranlage beibehalten

Aufgabe wird es sein, das Ensemble städtebaulich zu reparieren und Gebäude für die bestehende landwirtschaftliche Nutzung der Hofanlage zu entwerfen, die zur Unterbringung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Geräten oder für Lagerzwecke geeignet sind. Dabei soll die historische Toranlage erhalten bleiben und Relikte der Vorgängerbebauung mit einbezogen werden. Die Wettbewerbsteilnehmer sollen eine Architektur entwickeln, die der historisch wertvollen Situation gerecht wird, in mehreren Bauabschnitten realisiert werden kann und verschiedene Funktionen zulässt.

Die Auswertung des Wettbewerbes und die Prämierung der besten Arbeiten soll im Oktober/ November erfolgen.