Sanierung

Ausfall der Wanzleber Sarresporthalle über Jahre wiegt für Schüler und Vereinsmitglieder schwer

Ute Kanngießer Trainerin des GTB Wanzleben vor der verbarrikadierten Tür der stark sanierungsbedürftigen Sarresporthalle. Foto: Hagen Uhlenhaut

Christian BeseckeWanzleben

Die anstehende Sanierung der Halle durch den Landkreis Börde und die Tatsache, dass das Gebäude im günstigsten Fall Anfang 2023 wieder nutzbar ist (Volksstimme berichtete), hat Eltern und Vereinsmitglieder aufhorchen lassen. Noch in diesem Jahr kehren nämlich die Sekundarschüler nach Wanzleben zurück. Für sie gibt es das Problem, dass bislang nicht geklärt ist, wo sie dann ihren Schulsport absolvieren. Der Landkreis sucht nach einer Lösung. Außen vor sind allerdings auch die Vereine, die die Halle bislang genutzt haben.

Sport treiben mit ärztlichem Attest

Besonders betroffen ist jedoch der GTB Wanzleben von der Situation. Der Verein nutzt seit vielen Jahren die betreffende Halle als einzige Sportstätte für die insgesamt elf Sportgruppen. Drei Gruppen davon betreiben ärztlich verordneten Rehasport. Das bedeutet, die Teilnehmer haben den Sport verschrieben bekommen und es kümmern sich ehrenamtliche Übungsleiter wie Anke Jentzsch, Renate Haase und Ute Kanngießer sowie Ärzte um die Menschen. Um die Dimension zu verdeutlichen: Allein in den drei Gruppen sind 120 Mitglieder aktiv.

GTB muss ungewohnte Wege gehen

„Entsprechend viele Hallenzeiten haben wir belegt“, betont die Vereinsvorsitzende Uta Rinas. „In der Sarresporthalle entstanden mit der Zeit immer mehr Mängel, ob am Sanitärtrakt, den Fenstern oder dem Dach.“ Viele von diesen Mängeln seien vom GTB gemeldet worden. „Leider ist eine entsprechende Reparatur nur sehr rudimentär erfolgt, so dass ein Unwetterschaden das Fass zum Überlaufen brachte und die Halle gesperrt werden musste“, berichtet die Vorsitzende weiter. Nun steht die Halle mit undichtem Dach leer, was den Schaden noch befeuert habe. „Für uns gestaltete sich die Suche nach einer neuen Sportstätte als sehr schwierig, glücklicherweise konnten viele Gruppen  in der Gymnasiumshalle unterkommen, was bisher aber nur bis Juli 2021 genehmigt ist“, erzählt Uta Rinas. „Die Rehasportler müssen in Domersleben ihre Übungsstunden abhalten, da sie terminlich an den Dienstag gebunden sind, Dr. Viola Schmidt betreut sie von ärztlicher Seite.“ Die Sportmaterialien des GTB waren ebenfalls in der Turnhalle eingelagert. Dafür wurde ein Raum angemietet. Jetzt werden die Materialien vor und nach dem Sport aufwändig hin- und hertransportiert.

Wohin mit Kindern und Sportlern?

„Nun stehen mit Beginn des neuen Schuljahres  der Schulsport und auch die anderen Sportvereine vor dem Dilemma, dass nicht genug Hallenzeiten in der Gymnasium-  und Grundschulsporthalle verfügbar sein werden“, schätzt die Vorsitzende ein. „Für uns ist es absolut unverständlich, warum die Sarrehalle nicht so gepflegt wurde, dass diese großen Schäden gar nicht erst hätten auftreten müssen.“ Außerdem sind im Zeitraum der Coronapandemie, als die Halle leer stand, keine baulichen Maßnahmen erfolgt. „Was nach Angaben des Landkreises alles installiert werden soll, da könnte man meinen, die Halle hätte keine Heizung, Lüftung, Fenster, Sanitäranlagen gehabt“, äußert sich Uta Rinas. „Es ist sehr ärgerlich, dass so eine schöne moderne Halle nun in diesem Zustand ist.“

Der Verein werde zudem bemüht sein, den Sportlern im gewohnten Umfang Übungsstunden anbieten zu können, sobald es pandemiebedingt wieder möglich sei. Zunächst beinhaltet das ein Training auf dem Sportplatz für die drei bereits genannten Gruppen - natürlich nach den aktuellen Corona-Vorgaben.

Der Landkreis Börde hat sich auf Volksstimme-Nachfrage ausführlich zu den Problemen mit der Sarresporthalle geäußert. Dabei wurde dargestellt, dass es im Augenblick keine Fördergelder für eine Sanierung gibt. Somit wäre die Investition von etwa drei Millionen Euro durch den Landkreis allein zu stemmen. Die Halle wäre außerdem erst im Jahr 2023 saniert. In der Begründung hieß es: Mit Beschluss des Kreistages wurde die Teilnahme am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ gemäß Projektaufruf 2020 für die Sanierung der Sarresporthalle Wanzleben beschlossen. „Die erforderlichen Unterlagen - so die Einreichung einer Projektskizze - für das erste Auswahlverfahren wurden beim Projektträger sowie fristgemäß im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr eingereicht“, informierte Guido Kambach vom Amt für Gebäudemanagement beim Landkreis Börde. „Mit E-Mail vom 5. März 2021 wurde vom Forschungszentrum Jülich GmbH informiert, dass aufgrund einer mehrfachen Überzeichnung des Programms die Sanierung der Sarresporthalle nicht in das Antragsverfahren aufgenommen wird. Da die Sporthalle einen erheblichen Sanierungsbedarf aufweist und dieser eine Nutzung bis auf Weiteres nicht zulässt, sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 soll die Gemeinschaftsschule Wanzleben von Klein Wanzleben in das sanierte Schulgebäude in Wanzleben zurück ziehen.