Wanzleben l Künstler leiden unter der Pandemie besonders, denn Veranstaltungen mit direktem Publikumsverkehr wie Lesungen oder Schauspiele finden in Zeiten von Corona vielerorts stark eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr statt. Davon war auch Gabi Krüger während es Lockdowns betroffen. Ihre Aquarelle sind in der Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben zu sehen.

Masken und Virus

Obwohl sich die gebürtige Wernigeröderin üblicherweise von Pflanzen jeglicher Art inspirieren lässt, zählen nun auch Zeichnungen von Masken und der typischen Form des Coronavirus zu den knapp 20 Exponaten im Lesesaal der Bibliothek. „Diese zwei Bilder sind während des Lockdowns entstanden“, sagt die Künstlerin und zeigt dabei auf bunte Motive, die Masken an einer Wäscheleine zeigen. „Abgesagt“ heißt eines von ihnen. „Das war meine persönliche Weise, mit der herausfordernden Situation umzugehen“, erinnert sich Krüger. Eine ihrer Ausstellungen musste im April wegen der Pandemie ins nächste Jahr verschoben werden. Rückschläge wie diese brachte die Künstlerin schließlich zu Papier. „So ist eine Malerin oder ein Maler eben auch immer Chronist“, sagt sie.

Verena Schillat, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben, eröffnete die Ausstellung „Im Farbrausch“ am Freitag mit den Worten: „Ich freue mich, dass Frau Krüger ihre Bilder bei uns ausstellt. Die detailgetreuen Zeichnungen zeigen, dass sie seit ihrer Jugend malt und ihr Handwerk beherrscht.“ Und in der Einheitsgemeinde kennt sich die Künstlerin ebenfalls aus: „Ich habe eine Tante in Klein Wanzleben, die ich regelmäßig treffe“, betont Gabi Krüger.

Bilder

Trotz Regenwetter kamen etwa 15 Besucherinnen und Besucher am Freitagabend in die Bibliothek, um die Werke von Gabi Krüger zu bestaunen. Die Wanzleberinnen Giesela Zaborowski und Sigrid Rautenberg zeigten sich begeistert: „Wunderschöne Bilder, wirklich toll“, flüsterten sie immer wieder, während sie jede der Zeichnungen genau betrachteten. Obwohl Gabi Krüger auch in Acryl, Öl und Pastell malt, hat sie sich für die Ausstellung in Wanzleben ausschließlich für Aquarelle entschieden. Viele von ihnen zeigen Blumenarrangements. „Das waren alles Geschenke meiner Kinder oder von Gästen meiner Ausstellungen“, ließ die Künstlerin während ihrer Eröffnungsrede wissen.

Die Aquarelltechnik wendet Krüger für ihre Zeichnungen am liebsten an, weil diese sie immer wieder aufs Neue herausfordere. „Man kann kaum korrigieren. Was da ist, sitzt auf dem Papier.“ Darum brauche es viel Übung und Geduld, um an den Punkt zu kommen, an dem die Bilder überhaupt zeigbar sind, so die Künstlerin. Aber nicht zuletzt gibt es auch einen praktischen Grund, aus dem sie diese Technik favorisiert: „So ist das Gepäck nicht so schwer, wenn ich verreise. Denn meine Malsachen nehme ich überall mit“, sagt Gabi Krüger.

Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenfrei und sie kann zu den normalen Öffnungszeiten der Stadt- und Kreisbibliothek in Wanzleben noch bis Mitte Dezember im Lesesaal besucht werden.