Wanzleben l „Es ist noch nicht vorbei“, sagte Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) am Montagabend zum Plan der Stadt, in der Einheitsgemeinde ein kommunales Glasfasernetz bauen zu wollen. Kluge meinte damit, dass Bürger, die sich noch entscheiden, sich an das Netz anschließen lassen zu wollen, jederzeit im Wanzleber Rathaus oder bei den Ortsbürgermeistern ihre Anträge abgeben können.

Und dass, obwohl die Stadt die insgesamt nötige Anschlussquote von 60 Prozent aller Hauseigentümer, die zum wirtschaftlichen Ausbau erforderlich ist, bis zum Ende der Antragsabgabefrist zum 30. September nicht erreicht hatte. Mit Stand vom 20. Oktober liegt die Quote laut Auskunft der Breitbandengel, die das Netz für den Betreiber DNS:NET vermarkten, für die Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde bei 37 Prozent. Die Stadt Wanzleben allein erreichte 47 Prozent, der Ortsteil Buch 73 Prozent oder Remkersleben 60 Prozent. Weit abgeschlagen hingegen liegen Bergen mit 15 Prozent, Hohendodeleben mit 24 Prozent oder Seehausen mit 25 Prozent.

Von den nüchternen Zahlen allein wolle sich die Stadt jedoch nicht zu sehr beeindrucken lassen. Wie Kluge sagte, habe es kürzlich eine Beratung bei ihm mit allen Fraktionsvorsitzenden des Wanzleber Stadtrates sowie dem Netzbetreiber und einem Tiefbauunternehmen, das die Erdarbeiten für das Glasfasernetz ausführen solle, gegeben. Bei der Beratung kam heraus, dass man nunmehr sogenannte Cluster bilden wolle, um in bestimmten Bereichen der Gemeinde im März oder April kommenden Jahres mit den Tiefbauarbeiten für das Breitbandnetz zu beginnen. Diese Bündelung betreffe die Ortschaften mit den bislang höchsten Anschlussquoten. „Wir wollen anfangen“, versicherte Kluge.

Signalwirkung

Eine Signalwirkung auf die Bevölkerung erhoffe sich auch Claus-Christian Kühne, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Wanzleben-Börde, von einem Baustart. „Wir müssen an einer Stelle mal anfangen zu bauen, dann sehen die Leute, es passiert auch etwas“, sagte der Landwirt. Im Netzbausbau sehe der Christdemokrat ebenso eine Chance, die Lebensverhältnisse der Menschen auf dem Land und in der Stadt annähernd anzugleichen.

„Der Beitbandausbau hat eine strategische Bedeutung für die Gemeinde“, verdeutlichte Dr. Ernst Isensee (CDU), Vorsitzender des Stadtrates Wanzleben. Er sei sich sicher, nach einem Baustart würden noch bis zu zehn Prozent neue Anmeldungen für das kommunale Glasfasernetz hinzukommen.

Die fortschreitende Digitalisierung des Lernens an den Schulen Sachsen-Anhalts und damit auch in der Stadt Wanzleben-Börde war ein Thema der von der CDU initiierten Bildungskonferenz. Neben der Verbesserung der Unterrichtsversorgung durch das Beheben des Lehrermangels in den Schulen und der Inklusion machte auch Landesbildungsminister Marco Tullner (CDU) die Digitalisierung bei der Wanzleber Bildungskonferenz als einen Schwerpunkt seiner Arbeit fest. Landrat Martin Stichnoth (CDU) bekräftigte das Ziel, alle Schulen des Bördekreises bis 2021 an das Breitbandnetz anschließen zu wollen.