Wanzleben l Deutlich länger als allenthalben gewünscht hat es gedauert und zahlreiche Verhandlungsrunden, meist hinter verschlossenen Türen, waren notwendig. Doch zumindest für sechs Ortschaften der Stadt Wanzleben-Börde sind jetzt die Weichen für den Anschluss ans schnelle Internet gestellt.

Start 2020?

Welche das sind, das sagte Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) im Stadtrat. Für Hemsdorf, Groß Rodensleben, Bergen, Meyendorf, Remkersleben und Klein Wanzleben seien nun die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass im kommenden Jahr die Arbeiten aufgenommen werden können.

Planungen gehen weiter

Angepeilt wird der April, vorausgesetzt, Planungen und vor allem Ausschreibungen und Auftragsvergaben laufen wunschgemäß. Die übrigen Ortschaften der Stadt Wanzleben-Börde sollen im Zuge des weiteren Breitbandausbaus angeschlossen werden, sagte der Bürgermeister. „Die Planungen gehen weiter“, sagte er, je nach Baufortschritt kämen dann nach und nach alle Bürger in den Genuss des schnellen Internets.

Hoffen auf weitere Interessenten

Vorausgesetzt, die Einwohner der Stadt wollen das überhaupt. Noch im Oktober hatten lediglich 36 Prozent der Haushalte ihre Bereitschaft erklärt, sich an das schnelle Glasfasernetz anschließen lassen zu wollen. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, müssten es allerdings mindestens 60 Prozent sein, hieß es noch vor wenigen Monaten.

Weitere Kampagne

Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Doch die Erfahrung andernorts zeige, dass nach Baubeginn die Zahl der Anmeldungen weiter steige, sagte Kluge. Da nun der Anschluss ans moderne Breitbandnetz bevorsteht, soll eine weitere Werbekampagne die bislang zögernden Bürger überzeugen. Diese Kampagne soll im kommenden Jahr starten, beteiligt daran wird auch das Berliner Unternehmen DNS:NET Internet Service GmbH. Die Berliner sind für die technische Umsetzung der Breitbandversorgung zuständig. Dies nicht nur allein in der Stadt Wanzleben-Börde, sondern in weiten Teilen des Landkreises. Wanzleben hat sich in diesem Zusammenhang der Arbeitsgemeinschaft des Landkreises „Börde-Ohre-Breitband – Das Giga-Netz“ angeschlossen, die das schnelle Internet in der Region vorantreiben soll.

Verträge warten auf die Unterschrift

Die Breitbandversorgung der Stadt wird gut 22 Millionen Euro kosten. Zehn Millionen Euro davon sind Fördermittel, den Rest muss die Stadt aus eigenen Kräften stemmen. Die Refinanzierung erfolgt durch die Pacht, die der Netzbetreiber an die Stadt zahlt. Das Netz selbst bleibt kommunales Eigentum. Angesichts der Wanzleber Haushaltssituation haben die Vertragsverhandlungen einige Zeit in Anspruch genommen, sind nun aber beendet. Kluge: „Die Verträge sind unterschriftsreif.“