Wanzleben l Trotz der nicht erreichten Anschlussquote von 60 Prozent aller Haushalte an das kommunale Glasfasernetz will die Stadt Wanzleben-Börde das Projekt im kommenden Jahr in Angriff nehmen. Bislang haben sich 37 Prozent der Haushalte im Vorfeld bereit erklärt, sich an das Giga-Netz anschließen zu lassen.

„Wir bewegen uns noch und leben noch“, sagte Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) am Donnerstagabend im Seehäuser Vereinshaus „Zur Sonne“ bei der letzten Sitzung des Stadtrates in diesem Jahr vor den Mitgliedern der Fraktionen. Kluge berichtete den Stadträten von einer Beratung Mitte Dezember, bei der mit allen am Projekt beteiligten Partnern die Freigabe der Entwurfsplanung für den ersten Abschnitt erfolgt worden sei.

Erste Kosten ermittelt

Die Anbindung des Wanzleber Netzes solle direkt an das der DNS:NET erfolgen, die im Auftrag der Stadt Wanzleben-Börde als Betreiber fungiert. Die Netto-Planungskosten für den ersten Abschnitt würden 37.800 Euro betragen und die des Backbones 88.200 Euro. Als Backbone wird ein verbindender Kernbereich eines Telekommunikationsnetzes mit sehr hohen Datenübertragungsraten bezeichnet. Die Kosten für die weiteren Abschnitte seien noch nicht abzuschätzen.

Im ersten Abschnitt nimmt die Stadt Wanzleben in den Ortsteilen Meyendorf, Remkersleben, Hemsdorf, Bergen und Groß Rodensleben den Bau des kommunalen Glasfasernetzes in Angriff. Es folgen im zweiten Abschnitt die Kernstadt Wanzleben, Domersleben und Klein Rodensleben. Der dritte Abschnitt beinhaltet die Ortsteile Blumenberg, Stadt Frankfurt, Buch, Schleibnitz, Bottmersdorf, Klein Germersleben und das Zuckerdorf Klein Wanzleben. Im vierten Abschnitt folgen die Stadt Seehausen, Eggenstedt und Dreileben, im fünften Abschnitt Hohendodeleben.

Anschlussquote bleibt Knackpunkt

Die Stadt Wanzleben-Börde ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Börde-Ohre-Breitband und plant bis 2020 den Anschluss aller Haushalte an das schnelle Internet mit einer Übertragungsrate von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Um das Ziel zu erreichen, hat die Stadt bereits einen vorläufigen Zuwendungsbescheid des Bundes über Fördermittel in Höhe von 10,8 Millionen Euro bekommen. Den kommunalen Eigenanteil will die Stadt über Kredite in Höhe von ebenfalls 10,8 Millionen Euro finanzieren. Um diesen kreditfinanzierten Eigenanteil aus den Netzverpachtungsentgelten zu sichern, benötigt die Stadt jedoch eine Anschlussquote von etwa 60 Prozent aller Haushalte.