Wanzleben l Strahlender Sonnenschein hat an diesem Dienstagnachmittag förmlich zur Bewegung an der frischen Luft verleitet. Mit dem nötigen Abstand von mindestens 1,50 Meter gehen Irmtraud Kiesel und Diana Schalow vom Ordnungsamt der Stadt Wanzleben-Börde sowie Polizeikontaktbeamtin Carola Gusinde über den menschenleeren Marktplatz der Sarrestadt.

Menschenleere Stadt

„Sonst sind hier an einem Dienstagnachmittag viele Menschen unterwegs“, berichten die Frauen. Jetzt zu Corona-Zeiten sind die Straßen wie leer gefegt. Die Einwohner scheinen sich an die sogenannte Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt zu halten. Die schreibt unter anderem vor, möglichst soziale Kontakte zu meiden und daheim in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Auf Abstand gehen

Die drei Frauen sind in einer besonderen Mission unterwegs. Sie sollen kontrollieren, ob sich die Menschen in Wanzleben an die Vorschriften halten, die helfen sollen, sich nicht bei anderen mit dem Coronavirus anzustecken oder die Krankheit weiterzuverbreiten. Viel haben die Damen vom Amt und der Polizei nicht zu kontrollieren. Vor der Ganztags- und Gemeinschaftsschule Wanzleben, die zurzeit saniert wird, stoßen sie auf drei Bauarbeiter, die an der frischen Luft in der Sonne eine Pause einlegen und ein Schwätzchen unter Männern halten. „Und immer schön den Mindestabstand einhalten“, sagt Polizistin Carola Gusinde. „Machen wir doch“, kommt die Antwort aus der Männerrunde. Und tatsächlich. Die Bauarbeiter stehen weit auseinander und halten den Mindestabstand ein.

Nicht so vernünftig sind Jugendliche, die sich abends in einer größeren Runde an der Bushaltestelle in der Rudolf-Breitscheid-Straße treffen. „Dort werden wir am Abend vorbei schauen und mit den jungen Leuten reden“, kündigt Diana Schalow an. Auch die Jugendlichen sollen den Kontrolldruck von amtswegen spüren und ihr Verhalten ändern.

Sanktionen angedroht

„Wir eiern nicht lange rum. Wer gegen die Allgemeinverfügung verstößt, muss mit Sanktionen rechnen“, macht Kai Pluntke als Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Wanzleben-Börde deutlich. Wer zum Beispiel den Mindestabstand nicht einhalte, der begehe laut Infektionsschutzgesetz eine Straftat. Diese wird dann vom Landkreis Börde geahndet, wobei Geldstrafen und Haftstrafen von bis zu zwei Jahren drohen. Auch sei das Ordnungsamt bei Verstößen berechtigt, Platzverweise auszusprechen. Ebenso sind Geschäfte und Gaststätten auf dem Kontrollradar der Behörden. Wie Pluntke ankündigt, werden die Kontrollgänge in dieser und der kommenden Woche täglich erfolgen. Auch an den Wochenenden. Neben dem Wanzleber Ordnungsamt sind auch ein Team des Kreises und die Polizei unterwegs, um das Einhalten der Allgemeinverfügung zu überwachen. Sollten Bürger selbst Verstöße feststellen, können sie diese dem Wanzleber Ordnungsamt auch am Wochenende melden.

„Als Ordnungsbehörde haben wir Kontrollen durchzuführen, dies auch in einer Sicherheitspartnerschaft mit den Regionalbereichsbeamten der Polizei“, sagt Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) zu den gestiegenen Anforderungen während der Corona-Krise.

Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können an das Wanzleber Ordnungsamt unter der E-Mai-Adresse ordnungsamt@wanzleben-boerde.de gemeldet werden.