Bottmersdorf l Mitte März 1990 haben Doris und Werner Ackermann in Bottmersdorf ihren ambulanten Krankentransport gegründet. Das Datum wollten die Eheleute zum Anlass nehmen, um gemeinsam mit ihrem Sohn Jens Ackermann, der heute mit an der Spitze der Unternehmensgruppe steht, und den 45 Mitarbeitern das 30-jährige Jubiläum der Firma zu feiern. Der Ausbruch der Corona-Pandemie kam dazwischen und machte diese Pläne allesamt zunichte. „Die Arbeit geht vor, feiern können wir später auch noch. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“, sagt Jens Ackermann mit Blick auf die in diesen schwierigen Tagen zu bewältigen Aufgaben.

Besonders der Rettungsdienst ist angesichts der angespannten Situation gefordert. Noch habe sich keiner der Rettungssanitäter und Rettungsassistenten, die in den drei Ackermann-Wachen in Bottmersdorf, Osterweddingen und Seehausen arbeiten, mit dem Corona-Virus infiziert, verdeutlicht Jens Ackermann und klopft drei Mal auf Holz. Wenn das passiere und einer der Mitarbeiter an dem Virus erkranke, trete ein Ausfallplan in Kraft, der lange vorher erarbeitet worden sei, verdeutlicht Rettungsdienst-Geschäftsführer Claus Günther. Der Notfallplan sei mit dem Landkreis Börde, in dessen Auftrag Ackermann die Leistungen des Rettungsdienstes in einem Teil des Kreises erbringt, abgestimmt. „Dieser Plan hat aber auch seine Grenzen“, sagt Günther. Wobei Ackermann beim Fachpersonal seiner Einschätzung nach personell gut aufgestellt sei und sich die Firmenspitze deshalb aktuell wenig Sorgen mache. Würde Personal wegen Corona auf den Rettungswagen ausfallen, könne es teilweise durch Leute von der Ackermann Krankenbeförderung und Mietwagen GmbH ersetzt werden, die über die nötige Qualifikation verfügen würden. Bei größeren Ausfällen würden andere im Landkreis Börde agierende Rettungsdienste einspringen, um die Leistungen aufrechtzuerhalten. Andersherum stehe auch Ackermann bereit, wenn andere Rettungsdienste im Landkreis Börde wegen Corona nicht mehr einsatzbereit seien.

30 Mitarbeiter im Schichtbetrieb

Claus Günther ist als Geschäftsführer des Ackermann-Rettungsdienstes Chef von 30 Mitarbeitern, die auf den drei Wachen vier Rettungswagen 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr im Wechsel besetzen. „Die Bereitschaft der Kollegen ist sehr hoch, die Dienste abzusichern“, schätzt Günther ein. Jens Ackermann begrüßt es sehr, dass jetzt auch die Menschen die Kita-Gebühren ersetzt bekommen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten und ihre Kinder in die Notbetreuung geben müssen, damit sie ihrem wichtigen Job nachgehen können. „Sie halten den Laden am Laufen“, erklärt Ackermann, der auch für die FDP als Mitglied im Wanzleber Stadtrat sitzt.

„Die Versorgung durch den Landkreis Börde mit Schutzausrüstung ist hervorragend“, schätzt Claus Günther ein. Auf den Rettungswagen sind FFP2-Mundschutzmasken und Schutzkittel vorhaben, die im Corona-Fall zum Einsatz kommen. „Verdachtsfälle auf Corona hatten wir bislang bei mehreren Patienten, aber keiner hat sich glücklicherweise bestätigt“, sagt Günther. Trete ein Verdachtsfall auf, gebe es einen genauen Handlungskatalog, nach dem die Besatzung des Rettungswagens agieren müsse. Der diene auch dazu, den Eigenschutz der Kollegen durch das Anlegen der zusätzlichen Ausrüstung zu ermöglichen. Auch würden Rettungsdienst und Krankentransport noch mehr als sonst auf die Hygiene achten. Nach jeder Fahrt mit einem Patienten seien die Fahrzeuge gründlich zu desinfizieren.