Klein Wanzleben l Die Bewohner des Alten- und Pflegeheims Klein Wanzleben wurden gestern als erste in der Stadt Wanzleben-Börde gegen Corona geimpft. Seit Montag sind die mobilen Teams im Landkreis Börde im Einsatz. Das Team des DRK Kreisverbandes Wanzleben ist zuständig für den südlichen Teil des Landkreises. Das mobile Impfteam Süd traf gestern Morgen in der Pflegeeinrichtung ein und begann mit den Injektionen.

Insgesamt 165 Menschen leben und arbeiten im Alten- und Pflegeheim Klein Wanzleben. Um alle mit dem Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer zu versorgen, besuchen die Helfer des DRK-Kreisverbandes Wanzleben die Einrichtungen an zwei Tagen, also gestern und heute. „Bisher hat sich niemand geweigert, sich impfen zu lassen“, weiß Stephan Dill, Abteilungsleiter Hilfsgesellschaft, Kinder, Jugend und Soziales beim DRK-Kreisverband Wanzleben. Er leitet das mobile Impfteam Süd. Einige Pflegerinnen und Bewohner hätten sich aus Skepsis aber lieber am zweiten Tag impfen lassen wollen, weiß er.

Am Montag war das Impfteam Süd bereits in Flechtingen und Dolle im Einsatz. Zuständig ist das mobile Team für die Kommunen Obere Aller, Sülzetal, Oschersleben und Wanzleben. Der Auftakt sei bestens gelungen. „Das Heim in Klein Wanzleben war sehr gut auf unseren Besuch vorbereitet, dafür möchten wir uns herzlich bedanken.“

Nach 21 Tagen neue Impfung

Eine Besonderheit beim bisher deutschlandweit einzigen zugelassenen Impfstoff von Biontech/Pfizer: „Punktgenau 21 Tage nach der ersten Injektion muss eine zweite erfolgen. Es ist sehr wichtig, dass der Zeitraum eingehalten wird“, betont der DRK-Mitarbeiter. Entsprechend müssen die Impfteams jede Einrichtung zweimal besuchen.

Das Alten- und Pflegeheim Klein Wanzleben sei die größte Pflegeeinrichtung in der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde. Als zudem kreiseigenes Heim sei es als eines der ersten angefahren worden, so Dill. „Wir sind erleichtert, dass die ersten Anläufe so gut geklappt haben.“

Einen konkreten Plan, welche Stationen in den kommenden Wochen angefahren werden, gebe es laut Dill zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Landkreis wolle eine möglichst faire Behandlung gewährleisten, so dass sich die beiden mobilen Impfteams der DRK-Kreisverbände Wanzleben und Börde morgens vor den Einsätzen am Impfzentrum in Haldensleben treffen. „Erst dort erfahren wir, welche Stationen wir am jeweiligen Tag anfahren“, sagt der Abteilungsleiter Hilfsgesellschaft beim DRK.

Das Personal und die Bewohner des Heims in Klein Wanzleben seien die letzten, die in diesem Jahr geimpft werden. „In der nächsten Woche verabreichen wir den Impfstoff Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag“, weiß Stephan Dill. An Feiertagen und Wochenenden werde zunächst nicht geimpft, weil derzeit noch nicht genügend Impfdosen zur Verfügung stehen.

Drei Helfer im Team

Das Impfteam Süd besteht aus insgesamt drei Helfern. Außerdem steht ihnen vor Ort in den Einrichtungen der ortsansässige Hausarzt, der die Bewohner in der Regel behandelt, und sein Praxisteam zur Seite. In Klein Wanzleben war das Dr. Christian Freese mit seinen Angestellten. Arzthelferin Andrea Voltjes hatte sich ebenso vor Ort impfen lassen.

Bis zum gestrigen späten Nachmittag wurden alle Bewohner des Alten- und Pflegeheims Klein Wanzleben geimpft, heute erhalten die etwa 60 Mitarbeiter der Einrichtung die Injektion mit dem Impfstoff. Geschäftsführer Marcus Waselewski fasst zusammen: „Es hat alles reibungslos geklappt. Das Impfteam ist super eingespielt.“ Auch die Absprache zwischen dem Team von Dr. Freese und dem Impfteam von Stephan Dill hätte super funktioniert. Nebenwirkungen hätten sich laut Waselewski bisher bei keiner der etwa 100 geimpften Personen gezeigt. „Es geht allen gut, und das haben wir auch nicht anders erwartet“, sagt der Geschäftsführer der Pflegeeinrichtung. (Stand: 29. Dezember). Die erste geimpfte Wanzleberin ist übrigens die 80-jährige Ingrid Henne.

Die Impfstrategie des Bundes sieht vor, die Bevölkerung in zwei Phasen zu testen. „In einer ersten Phase sollen den Angaben zufolge zentrale Impfstellen mit mobilen Teams durch die Bundesländer ein­gerichtet werden, die auch deren Anzahl selbst bestimmen“, heißt es im Ärzteblatt. Zunächst sollen gezielt vulne­rable Bevölkerungsgruppen wie ältere Bürger und Menschen mit chronischen Erkrankungen geimpft werden, im Anschluss vulnerable und exponierte Gruppen wie Gesundheits- und Pflegepersonal. Der Impfstoff solle in der ersten Phase durch den Bund finanziert werden, heißt es in dem Artikel weiter. Zubehör wie Kanülen und Spritzen sollen demnach die Länder finanzieren. Die Impfstellen samt Personal sollen laut Papier gemeinschaftlich über die gesetzliche Kran­kenversicherung durch den Bund und die Länder bezahlt werden.