Grundschule Ummendorf

„Der magische Kalender“: Frisches Kapitel für die Kritiker aus Klasse vier

Die Viertklässler der Grundschule „Burg Ummendorf“ haben in den vergangenen Wochen nicht nur die Entstehung eines Kinderbuches mitverfolgt, sondern konnten das Werk auch ein Stück mitgestalten. Nun haben sie auch den Autor von „Der magische Kalender“ persönlich kennengelernt.

Von Ronny Schoof
Der Autor inmitten seiner Leserschaft: Die Viertklässler bedankten sich für das Projekt mit einer sebstgestalteten Album.
Der Autor inmitten seiner Leserschaft: Die Viertklässler bedankten sich für das Projekt mit einer sebstgestalteten Album. Fotos: Ronny Schoof

Ummendorf - Armin Pongs ist von Haus aus Wissenschaftler – Soziologe –, doch seine Leidenschaft gilt dem Schreiben und Vorlesen. Seit gut zehn Jahren ist dies auch seine Profession – als Kinderbuchautor mit eigenem Verlag am Chiemsee.

In dieser Woche nun war Pongs, 53 Jahre alt, auf Nordost-Tour durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Eine seiner Stationen: das Dorphuus in Ummendorf, wo er auf einen Teil seiner Fans und Buchwegbegleiter traf. Denn die Viertklässler der Grundschule „Burg Ummendorf“ hatten sich an Pongs' Angebot beteiligt, das „Magische Kalender“-Abenteuer der vier Buchhelden Aron, Taya, Anne und Said direkt in seiner Entstehung mitzuverfolgen.

Interaktion zwischen Autor und Leserschaft

Der Begleitprozess begann im März, knapp drei Monate vor der geplanten Veröffentlichung. „Der Autor ließ die Kinder vorab in seine Geschichte reinschnuppern“, berichtet Stefanie Philipp, Klassenlehrerin der 4b. „Jede Woche haben wir ein neues Kapitel und verschiedene, fachübergreifende Aufgaben dazu geschickt bekommen. Das war der so genannte Lesefahrplan.“ Das Besondere dann: Die Kommunikation verlief nicht nur einseitig, Pongs legt in diesem Projekt großen Wert auf Interaktivität und Austausch mit seiner Leser- und somit natürlich auch Käuferschaft.

So war der persönliche Kontakt zum Autor per Sprachnachrichten und Videokonferenz ein wesentlicher Baustein dieses Unterrichtsprojekts, „in dem die Kinder von der ersten Idee bis zum Druck lernen, wie ein Buch entsteht und wer alles daran beteiligt ist“, so Stefanie Philipp. Auch für Pongs selbst sei diese Form der Rezeption effektiv, wie er sagt: „Ich bekomme direkte Rückmeldungen über das, was gefällt oder auch nicht gefällt, Verbesserungsvorschläge und Wünsche zur Geschichte und Gestaltung.“ Insbesondere in puncto Illustration hätte das Kinderwort gehöriges Gewicht gehabt und sei in das finale Druckwerk eingeflossen.

Ungeahnte Resonanz

Beim Gastspiel im Dorphuus war Armin Pongs zunächst „froh und erleichtert“, dass er nach langem Harren endlich wieder auf Tuchfühlung zu seinen Lesern gehen konnte. „Ich habe normalerweise bis zu 400 Lesungen pro Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber seit Ende 2020 ging in dieser Hinsicht ja nichts mehr. Also habe ich mir überlegt, wie man die Kids dennoch erreichen könnte und habe letztlich dieses Buchprojekt gestartet.“

Sozusagen aus der Not heraus geboren, habe sich jedoch schnell gezeigt, welchen Volltreffer Corona ihm da bescherte. „Das Projekt hat eine Resonanz erzeugt, wie ich sie in all den Jahren noch nie erlebt habe“, stellt Pongs fest. Etliche Schulen seien von dem Konzept überzeugt gewesen. Des Autors Angaben zufolge habe er auf diesem Weg rund 30 000 Kinder erreicht. „Das bedeutet auch eine enorme Leseförderung“, ist sich Pongs sicher, „was auch der Zweck des Projekts und meiner Lesungen ist.“

Die 4a und 4b der Ummendorfer Grundschule hat der Schriftsteller auf jeden Fall für sich und seinen „Magischen Kalender“ gewinnen können. Gespannt lauschten sie dem auch ihnen noch unbekannten Kapitel, das Pongs druckfrisch präsentierte – und sich hinterher freilich wieder in den Dialog mit den Zuhörern begab.