Osterweddingen (dpa) l Pakete ohne Ende: Für die Logistikbranche läuft jetzt die Hochphase des Weihnachtsgeschäfts an. So etwa bei der Deutschen Post und DHL in Sachsen-Anhalt. Hinter den Kolleginnen und Kollegen liege bereits die erste "kritische Woche", sagte Niederlassungsleiterin Sylvia Kramarczyk in Osterweddingen der Deutschen Presse-Agentur. "Mit dem "Black Friday" sind Internet- und Onlinehandel voller Angebote. Bereits seit Dienstagabend steigen die Paketzahlen deutlich an und wir liegen rund 50.000 Sendungen über den sonstigen Mengen. Üblicherweise würden in Sachsen-Anhalt bei der Deutschen Post DHL rund 200.000 Pakete pro Tag bearbeitet.

"Wir sind seit Oktober schon im Weihnachtsverkehr. Es ist spürbar, dass dieser in diesem Jahr anders werden wird als in den letzten Jahren", sagte die Niederlassungsleiterin weiter. "Wir haben schon immer in der Weihnachtszeit sehr viele Sendungen, aber wir gehen wir davon aus, dass es in 2020 noch mal deutlich mehr wird aufgrund der Corona-Pandemie und der Tatsache, dass viele Menschen mehr online einkaufen als zuvor."

Personell wird deutlich aufgestockt: Üblicherweise arbeiteten etwa im Paketzentrum in Osterweddingen 350 Menschen, jetzt seien es schon 240 mehr. Das Ende sei da noch nicht erreicht. "Wir arbeiten einen Werktag mehr, wir haben jetzt auch den Samstag als Arbeitstag. Das hatten wir im Paketzentrum davor nicht. Und wir arbeiten noch eine zusätzliche Tagesschicht", sagte die Niederlassungsleiterin weiter.

Auch die Zusteller in der Fläche würden im Weihnachtsgeschäft unterstützt. "Dort wurden neue Kräfte eingestellt und zusätzliche Autos angemietet. In Sachsen-Anhalt arbeiten wir mit etwa 150 zusätzlichen Kräften, damit wir bei der Auslieferung die Mengen bewältigen." Es gehe um vier bis fünf Wochen, bis die Paketmenge wieder etwas sinke. Es würden rund 80 Prozent der Pakete binnen eines Tages zugestellt, das Ziel solle möglichst auch in der Weihnachtszeit gehalten werden, sagte Kramarczyk.

Dazu könnten auch die Kunden beitragen. "Hier ein kleiner Appell an unsere Kunden: Schön wäre es, wenn die Kunden ihre Sendungen nicht erst kurz vor Heiligabend verschicken, sondern so früh wie möglich – spätestens bis zum 19. Dezember! Dann werden wir das gut schaffen."

Mit Blick auf das Briefzentrum, für das Kramarczyk auch zuständig ist, sagte sie: "Es werden nicht mehr so viele Briefe und Karten verschickt wie früher. Aber in der Woche direkt vor Heiligabend sind es erfahrungsgemäß noch mal sehr viele Weihnachtskarten und Briefe" Es ist sei aber nicht mehr der Umfang wie vor zehn Jahren. Im Briefzentrum sei daher weniger aufgestockt worden, die Wochenarbeitszeit des Personals sei erhöht und Dienstpläne angepasst worden.