Langenweddingen l Laut Raimund Müller-Busse soll die Christopherus-Kirche in Dodendorf eine sogenannte Winterkirche erhalten. „Unter der Empore wird ein Stück abgeteilt und mit einer Heizung versehen“, erklärt der Pfarrer. Der gesamt Kirchenbau sei nämlich nicht beheizbar. Außerdem erhält der Turm im Untergeschoss einen Sanitärtrakt sowie eine Teeküche. Die Umbaukosten werden mit knapp 77.000 Euro beziffert, wovon 80 Prozent, also mehr als 61.000 Euro, aus dem Leader-Topf finanziert werden. Die mehr als 15.300 Euro an Eigenmitteln stemmen der Kirchenkreis Egeln sowie das Evangelische Kirchspiel Sülzetal mit etwa jeweils der Hälfte. „Dann wäre die Kirche soweit fertig“, sagt Müller-Busse, „abgesehen von der Orgel. Allerdings würde die über 200.000 Euro kosten, das lohnt derzeit nicht.“

Das zweite Sanierungsprojekt, das finanziell mit 80 Prozent aus dem Leader-Topf unterstützt wird, ist die Kirche „Sankt Martin“ in Sülldorf. Sie soll schnellstmöglich einen Fußboden aus Ziegelsteinen bekommen. „Der alte ist schon raus, die blanke Erde wurde verdichtet und später provisorisch mit Holzbohlen abgedeckt“, weiß der Gottesdiener zu berichten. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme gibt er mit 46.000 Euro an, wovon fast 37.000 Euro gefördert werden. 6000 Euro werden der Kirchenkreis beisteuern und 4000 Euro aus Eigenmitteln des Kirchspiels bezahlt. „Inhalt des Projektes ist auch eine restauratorische Maßnahme“, erzählt Müller-Busse weiter. So sollen über 100 Jahre alte Bänke in neuem Glanz erstrahlen und in den Sakralbau eingebaut werden. Das Bauwerk mit romanischen Wurzeln wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und im Jahr 1717 barock verändert.

Pfarrhaus wird barrierefrei

„Die nächste Maßnahme ist eigentlich mein Lieblingsprojekt, wofür ich lange gearbeitet habe“, erzählt der Gottesmann. Gemeint ist das Pfarrhaus in Langenweddingen, dass sowohl den Seniorenkreis in sich beheimatet als auch die Gemeindebibliothek. „Deshalb ist es so wichtig, dass ein Zugang barrierefrei gestaltet wird“, berichtet Raimund Müller-Busse über die nächste Leader-Maßnahme, die mit 45 Prozent an Fördermitteln unterstützt werden soll. „Allerdings waren die Vorbereitungen ein Trauerspiel“, erzählt der Pfarrer. Denn ursprünglich waren für die Arbeiten insgesamt 36.800 Euro vorgesehen. Dank Auflagen von der Denkmalpflege wird der Bau nun etwa 91.000 Euro verschlingen. Erst der vierte Antrag sei genehmigt worden.

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„Erst stand unser alter Ginkgo-Baum im Weg, dann eine alte Mauer. Auch die Treppe an der Terrasse am Hintereingang muss erhalten bleiben“, erzählt Müller-Busse. In der nun von den Denkmalschutzbehörden genehmigten Version führt die künftige Zuwegung für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren um das Pfarrhaus bis zur Terrasse herum. Diese wird wiederum eine Rampe erhalten, ohne die historische Treppe zu beeinflussen. „Einen weiteren Vorteil hat die Maßnahme“, sagt Müller-Busse. „Der holprige Weg am Pfarrhaus vorbei erhält eine neue Pflasterung.“

Von den 91 000 Euro an veranschlagten Kosten kommen etwa 36.000 Euro aus dem Leader-Fördertopf, rund 16 000 Euro wird der Kirchenkreis Egeln beisteuern, den Rest, also 38.800 Euro, das Kirchspiel. Um nach Einsparmöglichkeiten zu suchen war auch der Einbau eines Hebeaufzugs für Rollstuhlfahrer ins Spiel gebracht worden. Doch die Wartungskosten wären laut dem Pfarrer zu hoch gewesen.

Turmgebälk wird erneuert

Als echten Hammer bezeichnete er das letzte von vier Leader-Projekten im Rahmen des Kirchspiels, „weil es die mit Abstand teuerste Maßnahme sein wird und eigentlich nicht zu sehen ist.“ So soll für 260.000 Euro das Gebälk innerhalb des Turms der Sankt-Martin-Kirche in Altenweddingen aufwendig saniert werden. Die Arbeiten werden mit 50.000 Euro gefördert, 209.000 Euro teilen sich der Kirchenkreis (166.000 Euro) und das Kirchspiel (40.000 Euro).

„Die Arbeiten am Turm sind so wichtig, weil das im 13. Jahrhundert errichtete Bauwerk im 19. Jahrhundert aufgestockt wurde, und zwar unfachmännisch würde man heute sagen“, erzählt der Gottesmann dazu. Dieser Aufbau wird nun fachgerecht saniert.

Arbeiten sollen 2018 beendet sein

Im Gesamtergebnis hofft Raimund Müller-Busse also auf eine Gesamtförderung in Höhe von 185.000 Euro über Leader. 189.000 Euro müsste der Kirchenkreis beisteuern und etwa 95.000 Euro das Evangelische Kirchspiel. „Die Gelder, die wir selbst ausgeben müssen, stammen aus der gemeinsamen Kirchspielrücklage sowie aus inneren Anleihen der Kirchgemeinden“, erzählt der Pfarrer über die Finanzierung aus Eigenmitteln.

Mit dem Start der einzelnen Maßnahmen rechnet der Kirchenmann noch in diesem Jahr. Zunächst müsste er jedoch die Zuwendungsbescheide erhalten und danach könne mit den Ausschreibungen begonnen werden. „Damit rechne ich im Sommer“, hofft Müller-Busse. Im kommenden Jahr sollen dann alle vier Maßnahmen beendet sein. „Ich bin seit dem Jahr 2001 im Sülzetal. Eine Fertigstellung aller Kirchen konnte ich mir eigentlich nie vorstellen. Nun ist aber schon viel passiert“, freut sich Müller-Busse. So seien unter anderem die Kirche und das Pfarrhaus in Osterweddingen und Beyendorf-Sohlen sowie das Dach des Gotteshauses in Bahrendorf fertiggestellt. Auch in Altenweddingen sei viel passiert, vor allem mit Unterstützung des Kirchbauvereins um seinem Vorsitzenden Reinhard Schwarzenau. Insgesamt seien in den vergangenen 15 Jahren im Sülzetal fünf Millionen Euro verbaut worden, „mit ganz vielen Fördermitteln“, betont der Pfarrer.