Wanzleben l Bevor die Sitzung des Stadtrates Wanzleben jüngst in der Aula der Grundschule „An der Burg“ an der Lindenpromenade begann, machten sich einige Mitglieder und Vertreter des Schulelternrates zu einem Rundgang durch das mehr als 80 Jahre alte Gebäude auf. Zuvor wurden sie in einem Klassenraum von Schulleiterin Steffi Röttger begrüßt, die ihre Gäste mit den Besonderheiten der Schule vertraut machte.

Von Steffi Röttger erfuhren die Mitglieder des Stadtrates unter anderem, dass an der Wanzleber Grundschule „An der Burg“ zurzeit 210 Schüler in neun Klassen der Stufen eins bis vier lernen und von 14 Kollegen unterrichtet werden. Ein aktiver Schulelternrat und seit drei Jahren ein Förderverein unterstützen das Bemühen, den Kindern optimale Lernbedingungen zu bieten.

Bei ihrem Rundgang durch das alte Gebäude erfuhren die Stadtratsmitglieder unter anderem, dass die Toilettenanlage in der Grundschule mit den meisten Schülern in der Einheitsgemeinde stark sanierungsbedürftig ist. Die Kapazität stößt bei der Menge an Mädchen und Jungen, die die Örtchen täglich besuchen, an ihre Leistungsgrenze. Und auch im Bereich der Schule im Keller, wo an den Schultagen bis zu 160 Kinder ihr Mittagessen einnehmen, reicht der Platz nicht aus. Weiterhin ist die mehr als 100 Jahre alte Turnhalle der Grundschule renovierungsbedürftig.

Prioritätenliste

Der Stadtrat beschäftigte sich dann in seiner Sitzung mit der Prioritätenliste auf Grundlage der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen. Das Land Sachsen-Anhalt gewährt Zuwendungen aus Bundesmitteln für Investitionen in finanzschwachen Kommunen wie der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde zur Verbesserung ihrer Schulen. „Wir wollen das Geld nicht mit der Gießkanne verteilen, sondern einzelne Maßnahmen richtig durchführen“, sagte Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos). Die größten baulichen Probleme gebe es in den Grundschulen Wanzleben und Hohendodeleben. Gleichwohl bekennen sich die Stadt und der Rat weiterhin zu den fünf Grundschulstandorten der Einheitsgemeinde.

Mit einem einstimmigen Beschluss machte der Stadtrat den Weg für Investitionen aus dem Hilfsprogramm in den Grundschule Wanzleben und Hohendodeleben frei. Demnach sind in der Grundschule „An der Burg“ Wanzleben eine Reihe von Investitionen geplant. Dazu gehören der Einbau einer Toilettenanlage für 64.640 Euro, Einbau eines Aufzuges am Neubau für 76.100 Euro, Modernisierung der Sporthalle für 124.490 Euro, Installation einer Eingangstüranlage für 23.800 Euro und die Renovierung der Speiseräume für 46.950 Euro. Für die Einnahme der Schulspeisung sollen dann drei Räume zur Verfügung stehen, wofür der Platz des Hortes hinzukommt. Der Hort soll in die Räume der Kreisvolkshochschule ziehen. Weshalb die Außenstelle der Kreisvolkshochschule ausziehen muss. Für sie wird in Wanzleben ein neuer Standort gesucht.

In der Grundschule „Friedrich von Matthisson“ Hohendodeleben sollen für 67.000 Euro Rauchabzüge installiert werden.

„Jeder Euro, der in Schulen investiert wird, ist ein richtig investierter Euro“, sagte Martin Heine, Chef der CDU-Stadtratsfraktion. Es solle jedoch im Beschluss festgeschrieben werden, dass die getroffene Entscheidung keine Entscheidung zu Lasten der anderen Grundschulstandorte in der Einheitsgemeinde sei.