Wanzleben. . Doch mit dem neuen Jahr hat sich die Situation auch in den Reisebüros in Wanzleben und Seehausen nicht deutlich verbessert.Zu dieser Zeit hätten die meisten wahrscheinlich schon längst ihren diesjährigen Sommerurlaub gebucht. Durch die Corona-Pandemie sind viele Menschen allerdings verunsichert und sind trotz Reiselust dieses Jahr eher zurückhaltend. So zum Beispiel auch die Kunden des Wanzleber Reisebüros Protours.

Urlaubsplanungen sind unsicher

„Wir haben noch keine Buchungen gemacht“, sagte Ina Fäseke, Mitarbeiterin im Reisebüro Protours in Wanzleben. Abgesehen von Busreisen sei bisher die Nachfrage einfach noch nicht da gewesen. Die meisten Kunden würden lieber fliegen, doch Urlaubsplanungen sind auch noch in diesem Jahr ein unsicheres Unterfangen, denn die Situation durch die Corona-Pandemie kann sich vom einen auf den anderen Moment ändern. Doch haben sich auch die Reisewünsche der Kunden verändert? Weiterhin ganz vorne mit dabei seien die klassischen Urlaubsziele Türkei und Mallorca. Allerdings wurde im vergangenen Jahr Urlaub innerhalb Deutschlands beliebter, sagte die Reisebüro-Mitarbeiterin. Ganz klar waren die Küste und Berge die Favoriten im eigenen Land. „Überwiegend wollten viele an die Ostsee“. Die Anreise nahmen die Urlauber auch meist selbst in die Hand und sind mit ihrem eigenen Auto zum Urlaubsziel gereist. Außerdem brachte 2020 einen Boom für Camping-Urlaube.

Städtereisen waren 2020 viel gefragt

Für Carsten Thiele, der in seinem Geschäft in Seehausen neben Post, Lotto-Annahmestelle und Schreibwaren auch ein Reisebüro betreibt, ist 2020 gut gestartet. „Bis März hatte ich mehr Buchungen als 2019“, sagte der Inhaber. Gebucht wurden vor allem Städtereisen nach Prag, Wien oder Rom. Mit den durch Corona einhergehenden Maßnahmen und Einschränkungen sind dann auch für Thiele die Buchungen und damit Einnahmen weggebrochen. Trotz der Unsicherheit hätten vereinzelt schon einige Kunden ihren Urlaub für dieses Jahr bei ihm gebucht. Darunter Reisen nach Finnland und Österreich. Dennoch ist seine Stammkundschaft eher zurückhaltend, was die Urlaubsplanung angeht, sagte er.

Manche Kunden suchen bei ihm auch Rat und fragen, ob sie Urlaub im Ausland buchen sollten. Thiele rät da eher zur Vorsicht. Er sehe es noch nicht, dass im Juni/Juli wieder alles normal läuft, was Reisen angeht. „Ich würde keinen Gewinn haben. Nur zusätzliche Arbeit durch Stornierungen und Versicherungsrückzahlungen“, sagte er. Zwei seiner Kunden warten wohl noch immer auf ihre Rückzahlung des Reiseunternehmens Werner-Tours, das durch die Corona-Krise Insolvenz anmelden musste und Ende vergangenen Jahres von Schubert-Touristik aufgekauft wurde. Auch bei Ina Fäseke wollen sich verunsicherte Kunden über Auslandsreisen informieren. Gerade weil Reisen ins Ausland unsicher sein können und eine Einreise später vielleicht nicht mehr möglich ist, bieten viele Konzerne erleichterte Bedingungen in Sachen Stornierung und Umbuchung an, die 14 Tage vor Reiseantritt in Anspruch genommen werden können.

Günstige Urlaube in 2021

Doch wie tief müssen Urlauber nun in die Taschen greifen? Der Konzern „DER Touristik“, der auch einen Agenturvertrag mit dem Wanzleber Reisebüro hat, prognostiziert günstige Urlaube für 2021. „Die niedrige Nachfrage ermöglicht geringere Hotelkosten“, erklärte Ingo Burmester, CEO des Touristikkonzerns. Besonders für die Zielgebiete Türkei, Bulgarien, Griechenland, Ägypten, Balearen, Kuba und die Dominikanische Republik seien Preissenkungen von mehr als 25 Prozent zum Vorjahr möglich. Dabei werden sich die Preise laut Burmester wieder auf dem Niveau von 2019 anpassen, wenn Angebot und Nachfrage sich wieder eingependelt haben. Die erwartete Verteuerung des Urlaubs könnte damit ausbleiben.

Dennoch bleiben auch 2021 einige Einschränkungen bestehen. Derzeit sollten Reisen zu touristischen Zwecken unterlassen werden, doch mit sinkenden Infektionszahlen wird es auch hier Lockerungen geben. Urlauber sollten sich vorab beim Auswärtigen Amt informieren, wie die Reisebestimmungen für das jeweilige Reiseziel sind. Derzeit ist ein negativer Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, bei der Einreise in vielen europäischen Ländern Pflicht.