Eilsleben l Wie auch immer sich der nächste, etwas kleinere Verbandsgemeinderat personell zusammensetzen wird, die Mitglieder werden sich mit Login, Links und Scrollen anfreunden müssen. In einem seiner letzten Beschlüsse hat der aktuelle Rat jüngst die „Einführung der papierlosen Ratsarbeit mit Beginn der neuen Legislaturperiode (1. Juli)“ beschlossen. Zu diesem Zweck bekommen die Ratsherren und -damen „ein mobiles Endgerät zur Verfügung gestellt, welches nur für den Sitzungsdienst nutzbar ist.“

Völlig neu ist die elektronische Umgebung freilich nicht. Es besteht im Ratsinformationssystem der Oberen Aller bereits ein Online-Bereich für die Mandatsträger, der die digitale Dokumentennutzung ermöglicht. Darauf wird nun in Gänze gesetzt, was bedeutet, dass den Räten keine gedruckten Unterlagen mehr zugestellt werden. „Damit wird der Ressourcenverbrauch von Papier und Arbeitskapazität dauerhaft gemindert und erhalten die Ratsmitglieder einen ablagefreien Zugang zu allen Ratsunterlagen“, heißt es in der Beschlussbegründung.

Für die Anschaffung der zwei Dutzend Tablets und Einrichtung der Software wendet die Verbandsgemeinde einmalig 15.000 Euro auf. Die jährlichen Kosten für Wartung und Pflege belaufen sich auf insgesamt etwa 1000 Euro beziehungsweise 44 Euro pro Ratsmitglied. Demgegenüber hat die Verwaltung einen bisherigen finanziellen Aufwand – Papier, Druck, Porto und Lohn – in Höhe von 408 Euro je Jahr und Ratsmitglied errechnet und kommt daher zu dem Schluss: „Ohne Berücksichtigung der einmaligen Anschaffungskosten werden künftig 364 Euro pro teilnehmendem Ratsmitglied eingespart“ – insgesamt mehr als 8000 Euro jährlich.

In der heutigen, die laufende Legislatur abschließenden Ratssitzung wird noch mal ganz altmodisch Papier gewälzt, unter anderem zur Verabschiedung des neu aufgestellten Flächennutzungsplans. Wie der Sitzungsdienst seine Einladung korrigierend mitteilt, beginnt die Sitzung in der Harbker Orangerie bereits um 18.30 Uhr.