Letzte Ruhestätte

Grabkreuz für ehemaligen Eilsleber Bürgermeister nach Jahren der „Unfallgefahr“ repariert

Fast 120 Jahre nach dem Tod des einstigen Eilsleber Bürgermeisters Heinrich Zimmermann ist dessen Grabstätte auf dem örtlichen Friedhof wieder in einen ehrenvollen Zustand versetzt worden. Auf eine Privatinitiative hin wurde sie gesäubert und instandgesetzt.

Von Hartmut Beyer
Irmgard und Peter König mit Günter Wagener (Mitte) an der Ruhestätte ihrer Vorfahren. Fotos: Hartmut Beyer

Eilsleben

Auf dem ältesten Teil des Eilsleber Friedhofs kann der Besucher an einer Grabstelle eine besondere Beziehung zur Geschichte des Ortes vornehmen. Auf einem der drei Kreuze aus schwarzem Marmor steht der Name Heinrich Zimmermann. Wegen seiner Verdienste als Bürgermeister wurden nach ihm die Heinrichstraße und der Zimmermannplatz benannt. Etliche Jahre war gerade dieses Kreuz nur ein Fragment aus Bruchstücken, an denen auch noch ein Aufkleber mit dem Vermerk „Vorsicht Unfallgefahr“ klebte.

Das hat sich nun geändert. Im Herbst interessierten sich Irmgard und Peter König, entfernte Verwandte Zimmermanns aus Osnabrück für die Ruhestätte und versprachen gegenüber Günter Wagener, Vorsitzender des Heimatvereins, über die Finanzierung einer Reparatur der Grabstätte mit dem Familienrat zu sprechen.

Reparatur mit Spezialkleber

Das hatte Erfolg, und durch Vermittlung des Heimatvereins konnte Christoph Sauer dafür gewonnen werden. Der kann sich sicher sein, dass sein Großvater August Sauer und Heinrich Zimmermann sich gut kannten, denn als Zimmermann Gemeindevorsteher wurde, hatte Dampfpflug-Sauer sein Unternehmen gerade auf die Erfolgsspur gebracht.

Christoph Sauer, eigentlich Stahlbauer und mehr mit Metallarbeiten vertraut, nutzte hier einmal die Chemie und setzte das Zimmermann-Kreuz mit Spezialklebern wieder zusammen.

Heinrich Zimmermann, Gemeindevorsteher von 1895 bis zu seinem plötzlichen Tod 1902, sind nachweislich besondere Verdienste um Eilsleben zuzuschreiben, die zur damaligen Zeit nachhaltig und sehr bedeutend für den Ort waren. Aufzeichnungen des Rektors Andreas Thiele ist zu entnehmen, dass Zimmermann während seiner kurzen Amtszeit dafür sorgte, dass 1896 der Kirchhof um die Kirche herum planiert und pflanzlich gestaltet wurde, dass 1897 die Chaussee von Siegersleben durchs Dorf gebaut und im ganzen Ort eine Kanalisation gelegt wurde. Die Kanalisation des Baches, der durch die Ostendstraße floss, wurde 1899 vorgenommen.

Beliebter Bürgermeister

Es entstand außerdem ein schöner Weg zur neuen Schule (heute Verwaltungsgebäude). 1903 wurde auf Beschluss der Gemeindevertretung eine Handwerker-Fortbildungsschule obligatorisch gestaltet. Es wurde eine größere Volksbibliothek eingerichtet, die Apotheke eröffnet, und Heinrich Zimmermann bemühte sich um das Zustandekommen der Kleinkinderschule, die 1901 eröffnet wurde.

Über Heinrich Zimmermann ist bekannt, dass er am 24. Februar 1843 in Völpke geboren wurde. Seine Eltern waren Peter Jacob Zimmermann und Anne Dorothea Elisabeth Jacobs. Heinrich heiratete 1872 Emma Teltz. Die Ehe blieb kinderlos. Eltern von Emma waren Johann Christian Teltz aus Drackenstedt und Elisabeth Hobohm. Heinrich Zimmermann war sehr beliebt und wurde wegen seiner Verdienste für Eilsleben auch nach seinem Ableben verehrt.