Groß Rodensleben l Fast 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren Groß Rodensleben, Hemsdorf, Klein Rodensleben, Hohendodeleben und Wanzleben waren am Montagabend damit beschäftigt, auf der Landstraße 49 zwischen Groß Rodensleben und Klein Rodensleben einen brennenden Autokran zu löschen. Das 60 Tonnen schwere Gerät war plötzlich in Brand geraten. Wie Kranfahrer Philipp Klinger am Dienstag berichtete, gelang es ihm in letzter Minute, dass brennende Fahrzeug aus Groß Rodensleben zu fahren und somit eine Katastrophe in dem Börde-Dorf zu verhindern. Der Fahrer blieb unverletzt. Er war mit dem Autokran auf dem Weg von einer Baustelle zurück zur Firma.

Fahrer blieb unverletzt

Kurz nach dem der Fahrer die Leitstelle in Haldensleben über das brennende Fahrzeug informiert hatte, löste die einen Großeinsatz von Feuerwehren der Stadt Wanzleben-Börde aus. Die Groß Rodensleber Ortsfeuerwehr war zuerst am Ort des Geschehens, Ortswehrleiter Matthias Pommrenke übernahm die Einsatzleitung. Einsatzkräfte von vier Ortsfeuerwehren folgten wenig später.

„Wir haben zwei Einsatzabschnitte gebildet und mehrere Löschangriffe gestartet. Dabei kam Schwerschaum und Wasser zum Einsatz. Zwischendurch gab es etliche Detonationen von Reifen und anderen Sachen. Dies hat die Löscharbeiten sehr erschwert. Wir mussten Sicherheitsabstände einhalten und uns ab und zu auch wieder zurückziehen. Nach einer Stunde hatten wir den Brand unter Kontrolle“, berichtete Pommrenke.

Detonationen am Autokran

Als Ursache für das Feuer gab die Polizei gestern einen technischen Defekt an. Der Schachschaden wird auf 350.000 Euro geschätzt. Die Sperrung der Straße dauerte wegen der Bergungsarbeiten bis gegen 18 Uhr am Dienstag an. Wie Stefan Hörold, Regionalbereichsleiter bei der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, sagte, werde der Fahrzeugverkehr zunächst halbseitig an der beschädigten Stelle vorbei geführt. „Die Straße muss repariert werden“, kündigte er wegen der durch das Feuer entstandenen Schäden an. Die Reparatur solle in den nächsten zwei Wochen erfolgen. Den entstandenen Schaden an der Straße bezifferte Hörold auf etwa 35.000 Euro.

„Das Problem war natürlich die unzureichende Löschwasserversorgung auf der Landstraße. Hier kamen zunächst die mitgeführten Tanks der Fahrzeuge zum Einsatz sowie eine Wasserversorgung über mehrere hundert Meter aus Groß Rodensleben“, sagte Kai Pluntke, Leiter des Amtes für Ordnung und Soziales der Stadtverwaltung Wanzleben, und verantwortlich für die Feuerwehren der Gemeinde. Wegen des Schaumeinsatzes und der ausgelaufenen Betriebsstoffe sei auch das Umweltamt hinzugezogen worden, das die weiteren Veranlassungen zur Reinigung übernommen habe.

Vorbildlicher Einsatz

„Vorbildlich ist bei diesem Einsatz die gemeinsame Arbeit der ehrenamtlichen Kameraden aus fünf Feuerwehren hervorzuheben. Nur durch regelmäßige gemeinsame Übungen und Ausbildungen, die in der Stadt Wanzleben-Börde regelmäßig durchgeführt werden, ist dieses erfolgreiche Agieren im Ernstfall möglich“, lobte Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) als Dienstherr der Feuerwehren die Leistungen der Kameraden. Brände mit solchen Ausmaßen würden für die Feuerwehren eine große Herausforderung darstellen. „Deshalb messen wir der Ausrüstung eine besondere Bedeutung bei. Das beginnt bei der hochwertigen Einsatzbekleidung. Der Schutz der Gesundheit hat stets oberste Priorität. Unsere Kameradinnen und Kameraden sollen gut ausgerüstet sein, um unverletzt von den Einsätzen zurückkehren zu können. Uns muss immer bewusst sein: sie gehen im Einsatz dorthin, wo alle anderen nur weg wollen“, verdeutlichte Kluge.

Auch lege die Stadt großen Wert auf Löschfahrzeuge, die den Anforderungen gewachsen seien. „Allerdings kosten solche Fahrzeuge auch mehr als 300.000 Euro. Das stellt eine finanzielle Belastung für unsere Stadt dar. Aber diese Ausgaben müssen sein“, sagte Kluge. Auch deshalb beschafft die Stadt aktuell ein neues Tanklöschfahrzeug an, das demnächst ausgeliefert werden soll.