Landwirtschaft

Imker und Landwirte arbeiten in Sachen Bienen in Hohendodeleben zusammen

Blühende Rapsfelder sind ein Eldorado für Bienen auf Nahrungssuche. Das wissen inzwischen in der Börde nicht nur Imker. Aus einer guten Zusammenarbeit mit den Landwirten können beide Seiten profitieren.

An einem Rapsfeld bei Hohendodeleben, wo er seine Bienen aufgestellt hat, kam der Imker Yves Krone mit den Landwirten Anke Felgentreff (links), Isabel Schnehage undPhillip Krainbring (rechts)  ins Gespräch.
An einem Rapsfeld bei Hohendodeleben, wo er seine Bienen aufgestellt hat, kam der Imker Yves Krone mit den Landwirten Anke Felgentreff (links), Isabel Schnehage undPhillip Krainbring (rechts) ins Gespräch. Foto: Constanze Arendt-Nowak

Von Constanze Arendt-Nowak - Hohendodeleben/Niederndodeleben l Einige Bienenvölker des aus Niederndodeleben stammenden Hobbyimkers Yves Krone schwirren derzeit vor allem durch ein prächtig blühendes Rapsfeld nahe Hohendodeleben. Das Nahrungsangebot sozusagen vor der Tür des eigenen Stockes ist immens. Und das auch noch für einige Völker anderer Imker, die im Imkerverein Magdeburg und Umgebung organisiert sind.

Angst, dass den Bienen bei der Nahrungssuche Schaden zugefügt wird, weil die Landwirte Fungizide spritzen, hat Yves Krone nicht. Er weiß, dass der Hohendodeleber Landwirt Phillip Krainbring, der die Fläche bewirtschaftet, erst spätabends die Fungizide ausbringt, wenn der Bienenflug für den Tag beendet ist. Über das bienenfreundliche Arbeiten haben sich der Hobbyimker, der im Imkerverein auch Obmann für Bienenwanderung ist, und der Landwirt bereits vor zwei Jahren ausgetauscht. Yves Krone hatte damals erstmals seine Bienen am Rapsfeld von Phillip Krainbring positioniert - mit Erfolg.

Spritzen des Pilzmittels ist grundsätzlich erlaubt

Grundsätzlich ist es den Bauern auch mit gesetzlicher Grundlage erlaubt, während der Blütezeit des Rapses Fungizide gegen Pilzbefall zu spritzen, aber nach Ansicht der Imker spielt die Ausbringzeit eine entscheidende Rolle. Und sich daran zu orientieren, ist für den Landwirt eine freiwillige Sache. Phillip Krainbring lobt hierbei die Eigeninitiative von Yves Krone, mit ihm und auch mit anderen Landwirten aus der Region ins Gespräch zu kommen. „Es ist schlecht, wenn man nichts weiß", so Phillip Krainbring.

Jetzt weiß er vom Imker, dass die Bienen auf seinem Feld etwa bis 19 Uhr aktiv sind und hat seinen Spritzeinsatz im „gelben Blütenteppich“ entsprechend auf die Stunden danach gelegt. Zwischen 2 und 3 Uhr war er fertig, rechtzeitig, damit die Mittel abgetrocknet waren, ehe die Bienen gegen 7 Uhr wieder auf Tour gingen. „Das Pilzmittel, das zur Blütenbehandlung im Raps eingesetzt wird, ist für die Bienen an sich ungefährlich, es kann aber in den Honig gelangen, das wollen wir auch nicht“, klärt Yves Krone auf, der gleichzeitig aber betont, dass Pflanzenschutzmaßnahmen unumgänglich für die Landwirte sind. Mittlerweile beherzigen auch Anke Felgentreff und Isabel Schnehage aus Niederndodeleben aus Rücksicht auf die Bienen und die Imkerei in ihren landwirtschaftlichen Betrieben die Methode, erst um den Sonnenuntergang in den Raps zum Spritzen zu fahren.

Viel Nahrung für Bienen, mehr Ertrag für Landwirte

„Das abendliche Spritzen bringt aber noch andere Vorteile, zum Beispiel sind die Chancen, dass es windstill ist, größer“, erklärt Isabel Schnehage. Anke Felgentreff unterstreicht die Meinung von Phillip Krainbring, dass sich vieles klären und aus dem Weg räumen lässt, wenn miteinander gesprochen wird.

Das Positionieren von Bienenvölkern am Raps ist für die Imker und die Landwirte eine Win-Win-Situation, wie Yves Krone es bezeichnet. Für die Bienenzüchter wäre die Imkerei ohne den Raps schwer zu halten, denn nach Yves Krones Aussage sichert die Rapsblüte alle Fixkosten für die Imkerei übers Jahr. Neben dem Raps als „Super-Trachtpflanze“ ist das Nahrungsangebot für Bienen hier in der Börde nicht besonders groß, auch die Obstblüte war und ist nach Ansicht des Imkers in diesem Jahr wenig ertragreich.

Der Imker weiß, dass seine Bienen vor allem im Frühjahr in einem Umkreis von bis zu einem Kilometer unterwegs sind - manchmal können es auch drei Kilometer sein. Ist das Blütenangebot aber besonders üppig, nutzen sie die Gelegenheit, ihren Flugradius bis auf maximal 600 Meter zu verkürzen. „Mit dem Wissen kann man steuern, dass auch das Rapsfeld gleichmäßig durch Bienen bestäubt wird, je nachdem, wo die Bienen hingestellt werden“, so Yves Krone. An dem Feld bei Hohendodeleben haben vier Imker des Imkervereins Magdeburg und Umgebung 30 Völker aufgestellt. Berechnungen sagen, dass zehn Bienenvölker 20 Millionen Blüten am Tag anfliegen. Obwohl die Züchtung heute soweit vorangeschritten sei, dass bei guten Bedingungen auch eine Selbstbestäubung des Rapses möglich ist, so können die Landwirte bei einer Bestäubung durch die Biene laut Yves Krone mit 10 bis 15 Prozent Mehrertrag rechnen.

Mit der Spritze fährt Phillip Krainbring spätabends durch den blühenden Raps.
Mit der Spritze fährt Phillip Krainbring spätabends durch den blühenden Raps.
Foto: Nils Kucharz