Wanzleben l Ein Kommen und Gehen herrschte zu Wochenbeginn im Sozialen Zentrum „Alter Bahnhof“ des DRK-Kreisverbandes. Neben den bedürftigen Menschen, die das schmucke, alte Haus wegen seiner Angebote ohnehin besuchen, konnten die Leiterin Barbara Schürmann und ihr Team etliche Einwohner begrüßen, die sich bei einem Tag der offenen Tür über das Leistungsspektrum des Zentrums unter der Flagge des Deutschen Roten Kreuzes informieren wollten.

Stephan Dill, Abteilungsleiter Hilfsgesellschaft, Kinder, Jugend und Soziales beim DRK-Kreisverband Wanzleben, hatte am Nachmittag zu einer Gesprächsrunde über die Vergangenheit und Zukunft des „Alten Bahnhofs“ eingeladen. Rede und Antwort standen dabei dem interessierten Publikum der frühere Bau- und Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) als Schirmherr der Wanzlebener Tafel, Birgit Kaczenski, Mitarbeiterin der ersten Stunde und heute ehrenamtliche Helferin, Margitta Falkenberg, frühere Leiterin des „Alten Bahnhofs“ und heute ehrenamtliche Helferin, die heutige Leiterin Barbara Schürmann, Torsten Winkelmann, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Wanzleben, und Guido Fellgiebel, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Wanzleben.

Unterstützung aus der Politik

DRK-Abteilungsleiter Stephan Dill erinnerte zunächst daran, wie Birgit Kaczenski vor zehn Jahren zunächst eine Lebensmittelausgabestelle für Bedürftige in einer Wohnung in der Wanzleber Windmühlenbreite etablierte. Die engagierte Frau suchte den Kontakt zu Karl-Heinz Daehre und besuchte damals einen Stammtisch der CDU in Langenweddingen, um dem damaligen Minister ihre Ideen und Vorstellung zu erläutern. Daehre sicherte seine Unterstützung zu und war später maßgeblich daran beteiligt, dass die Wanzleber Wohnungsbaugesellschaft den alten Bahnhof kaufte, aufwändig sanierte, um ihn dann an den DRK-Kreisverband zu vermieten, der darin das Soziale Zentrum eröffnete.

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Seit dem haben die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter des „Alten Bahnhofs“ zehntausende Lebensmittelpakete an bedürftige Menschen in Wanzleben, dem Sülzetal, der Oberen Aller und der Westlichen Börde herausgegeben. Und auch die weiteren Möglichkeiten des Zentrums im „Zeichen der Menschlichkeit“ wie Suppenküche, Kleiderladen, Kleinmöbelwerkstatt und Familienangebote werden von den Menschen mit wenig Einkommen aus der Region rege und gerne genutzt. Allein die Wanzlebener Tafel zählte nach den Worten von Stephan Dill Ende Juni dieses Jahres 3317 Personen, die berechtigt seien, die Leistung in Anspruch zu nehmen. Darunter seien 824 Kinder.

Kein Projekt am Rand der Gesellschaft

Der DRK-Kreisverband Wanzleben will das Soziale Zentrum „Alter Bahnhof“ weiter entwickeln und als eine Einrichtung mitten in der Gesellschaft und nicht am Rande platzieren, wie Stephan Dill sagte. Deshalb habe das DRK für 2018 das Projekt „Bahnsteig Zukunft“ aufgelegt. In den kommenden Tagen werde der DRK-Kreisverband einen Antrag auf Förderung durch das „Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit“ beim Land Sachsen-Anhalt stellen. Mit dem Projekt solle neben den bisherigen Versorgungsangeboten wie Tafel, Suppenküche und Kleiderladen die Schaffung von sozialraumorientierten Unterstützungsangeboten als zweite Tätigkeitssäule im „Alten Bahnhof“ nachhaltig und wirksam etabliert werden. Dazu zählen unter anderem niedrigschwellige und lösungsorientierte Beratung, Betreuung, Bildung von bedürftigen Menschen und Migranten sowie ihre aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unter der Überschrift des DRK-Zentrums „Hilfe zur Selbsthilfe“.