BSV Wanzleben

Judoka der Bördetiger starten erstes Training

Die Bördetiger haben kürzlich ihr erstes echtes Judo-Training in der Gymnasiumshalle in Wanzleben absolviert. Über den Lockdown retteten sich die Sportler mit allerhand Online-Varianten. An ein Training unter freiem Himmel ist jedoch nicht zu denken, das haben bundesweite Tests ergeben. Das ist ein Problem, denn der Stammsitz der Judoka, die Sarrehalle, ist bis 2023 nicht nutzbar.

Von Christian Besecke
Sportlehrer Tino Sachse ist Mitglied im BSV Wanzleben und übt mit den Kindern für die nächste Prüfung, bei der sie den gelben Gürtel anstreben. So wie hier mit Theodor aus Domersleben.
Sportlehrer Tino Sachse ist Mitglied im BSV Wanzleben und übt mit den Kindern für die nächste Prüfung, bei der sie den gelben Gürtel anstreben. So wie hier mit Theodor aus Domersleben. Foto: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben - Trainern und Kindern ist bei diesem ersten Training seit Anfang November die Erleichterung anzusehen. Endlich können sie wieder gemeinsam und vor allen Dingen in echter Präsenz zusammen üben.

Zuvor waren nur Online-Aktivitäten möglich. So gab es Fitness-Angebote des Judoverbands über Youtube, Training über Zoom-Konferenzen, die die Trainer erstellt haben und Whatsapp-Übungen per Video, die in den Gruppen an alle verschickt worden sind. „Das ist schon ein ungewohntes und völlig anderes Arbeiten“, gibt Trainer Mike Schrake zu. „Ein echtes Training kann das alles nicht ersetzen. Dabei können wir direkt korrigieren und entsprechende Anweisungen geben .“

So mussten sich die Übungsleiter die Ergebnisse oder die Videos der Sportler anschauen und sie auswerten. Das hat mehr Zeit in Anspruch genommen. Über die Lockdown-Zeit musste das aber irgendwie gehen. Ein normales Training war das aber alles nicht und die Sportler haben jetzt effektiv einen Rückstand von einem Dreivierteljahr, schätzt der Trainer ein. „Ich sehe nicht, dass wir in diesem Jahr Wettkämpfe bestreiten.“

Die etwa 100 Mitglieder des BSV Wanzleben - Die Bördetiger haben sich auf die Situation eingerichtet. „Es gibt einige Abmeldungen“, sagt Schrake. „Auf der anderen Seite haben viele interessierte Eltern und ihre Kinder Interesse am Training bekundet.“ Gerade die Jüngeren wollen sich bewegen und das möglichst auf sportliche Weise in der Gruppe. Während der Lockdown-Zeit war das alles nicht möglich, daher sei der Ansturm auch gut zu verstehen.

Stammsitz Sarrehalle

Damit tut sich aber ein weiteres Problem auf, was schon einige Zeit Bestand hat. Die Sarresporthalle, der eigentliche Stammsitz der Bördetiger, ist schon eine ganze Weile dicht. Daher sind die Judoka in die Gymnasiumshalle ausgewichen. „Wir, wie auch die anderen Vereine haben hier Übungszeiten bekommen“, berichtet Mike Schrake. „Darüber sind wir glücklich.“ Allerdings läuft das alles etwas beengter, denn alle sind hier aktiv, da die Sarrehalle erst im günstigsten Fall 2023 wieder ihre Pforten öffnen kann, so plant jedenfalls der Landkreis Börde.

Derzeit gibt es in der Gymnasiumshalle ein buntes Gemisch und alle nutzen Raum und Zeit so weit wie es möglich ist. „Das verstehen wir auch sehr gut“, sagt Schrake. „Man kann hier die Felder in drei teile aufteilen, enger wird es auf jeden Fall.“

Das beeinträchtigt unter Umständen aber auch Spaß und Trainingsintensität, was wiederum auch alle betrifft. Im Fall der Judoka bedeutet das aber auch, dass beispielsweise bei 40 Kindern auf entsprechende Abstände zu achten ist. „Einfach ist das für keinen Trainer“, sagt Schrake.

Mit der Notlösung müsse man aber nun erst einmal leben und alle fiebern der Sanierung der Sarresporthalle entgegen, wenn sie auch noch dauert. „Ich kann mich noch gut an die Wassereinbrüche erinnern“, beschreibt der Trainer. „Da lief das Wasser von oben nach unten durch. Da wird viel Arbeit nötig sein.“

Judo ist Hallensport

Die Ausweichvariante unter freiem Himmel haben die Bördetiger auch schon gewählt, allerdings nur für das Fitnesstraining. Unterstützung kam dafür von Blau-Weiß empor Wanzleben. Trainingseinheiten wurden im Bördestadion ermöglicht.

„Aktivitäten mit Matten sind da nicht drin.“ So etwas wurde von anderen Judovereinen bundesweit schon versucht. Selbst Festzelte dienten da als Unterkunft für das Training. „Ein Lehmunterboden sorgt für einen harten Aufschlag“, sagt Mike Schrake. „Und unter praller Sonne geht es auch nicht, während Nässe den Matten nicht bekommt.“ Auf eine Halle sind die Bördetiger also angewiesen. Dass es zukünftig wohl noch enger wird, weiß auch der Trainer. Mit dem für Herbst festgelegten Umzug der Gesamtschule nach Wanzleben dürfte es in der Gymnasiumshalle noch enger werden, wenn die Sekundarschüler dazu kommen. Der Landkreis sucht hier derzeit nach einer Lösung.