Druxberge l Nur einen Steinwurf von dem schlichten Rundzelt entfernt erhebt sich die Kirche. So nah – und doch so fern, denn sie ist und bleibt für die Öffentlichkeit gesperrt. Keine Gottesdienste, keine Festandachten, keine Trauungen. Die Sicherheit geht vor – und diese ist aufgrund der teils meterlangen Risse im Putz und der „arbeitenden“ Spalten im Mauerwerk nicht vollends gewährleistet. Eine Alternative – auch zum als Winterkirche genutzten, für größere Anlässe jedoch zu kleinen Raum im alten Pfarrhaus (Kindergarten) – musste her. Die Jurte nun hatte spätestens beim Erntedankgottesdienst ihre Bewährungsprobe bestanden, und sie ist eine Art „Hoffnungsträger, der ein Ensemble mit der evangelischen Kita und der Kirche bildet“, wie Kirchenratsvorsitzende Theda von Graeve sagt.

Weiter erklärt sie: „Unsere Kirche ist ja nun seit einem guten Jahr, also seit September/Oktober 2019 wegen der gravierenden Risse im Mauerwerk gesperrt. Der Kirchenkreis hat uns inzwischen gerne bei der Idee unterstützt, eine Jurte anzuschaffen, die der Druxberger Kirchengemeinde nun längerfristig zur Verfügung gestellt worden ist. Inzwischen haben zwei Gottesdienste in dieser besonderen Atmosphäre stattgefunden.“

Coronabedingt ist auch die kegelförmige Ausweichsstätte zurzeit gesperrt, doch sobald es die Eindämmungsregeln wieder erlauben, soll die Jurte mit ihren 50 Quadratmetern Grundfläche sozusagen ihre Funktion als temporäres Kirchengemeindezentrum erfüllen. Dann werden wieder die Klappstühle aus der Sakristei ins Jurtenrund gestellt, wird unter der Kuppel ein provisorischer Altar drapiert und soll das Gotteszelt auch noch beheizt werden können.

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Sanierung dauert drei Jahre

„Wir müssen nach Stand der Dinge nämlich davon ausgehen, dass die Kirche noch eine ganze Weile gesperrt bleibt“, verdeutlicht Theda von Graeve. Sie betont zugleich: „Alle Beteiligten tun ihr Bestes und auch, wenn man es noch nicht sieht, es passiert hinter den Kulissen einiges, damit wir diese schwierige Situation bewältigen.“ So sei unter anderem seitens der Landeskirche geplant, die Druxberger Kirche einem so genannten Rissmonitoring zu unterziehen. Veranschlagter Zeitraum: drei Jahre. „Das Harte daran ist, dass die Kirche wohl für die gesamte Zeit gesperrt bliebe. Andererseits hätten wir dadurch den Status eines Pilotprojekts und wäre der Weg zu Fördermitteln geebneter“, so von Graeve. Nach aktueller Schätzung sind mindestens 600.000 Euro nötig, um das Bauwerk zu stabilisieren.

Das Sich-in-Geduld-Üben fällt der Kirchenratsvorsitzenden nicht leicht. Gleichwohl meint sie: „Natürlich wünschen sich alle Betroffenen wieder mehr Normalität und am allerliebsten eine wiederhergestellte Kirche, aber vorerst werden wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, bis unsere intensiven Bemühungen dazu hoffentlich umgesetzt werden können.“ Ein nicht ganz unerhebliches Gut bleibt der Gemeinde erhalten: „Erfreulicherweise hat ein Fachmann bestätigt, dass wenigstens das Glockenläuten vom Kirchturm aus weiterhin möglich sein kann.“