Einheitsgemeinde Wanzleben

Mehr Mitspracherecht für die Ortsteile in Sachen Windkraft

Der Stadtrat der Einheitsgemeinde Wanzleben hat sich mehrheitlich weiter gegen den Bau von neuen Windkraftanlagen positioniert. Allerdings soll die Stadt mit potenziellen Investoren verhandeln und sicherstellen, dass bei Neubau und Repowering die betreffenden Ortsteile auch ein entsprechend größeres Stück vom „Kuchen“ abbekommen.

Von Christian Besecke
Weitere Standorte für Windkraftanlagen sollen auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Wanzleben nicht entstehen und wenn, dann nur unter Beteiligung durch die jeweiligen Orte.
Weitere Standorte für Windkraftanlagen sollen auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Wanzleben nicht entstehen und wenn, dann nur unter Beteiligung durch die jeweiligen Orte. Foto: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben - Wirklich verhindern, dass sich weitere Investoren in Sachen Windkraft in der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben ansiedeln, können weder Stadtrat noch Verwaltung. Ausgewiesene Flächen für erneuerbare Energien können auch als solche in Anspruch genommen werden. Derzeit gibt es in diesen Gebieten in der Einheitsgemeinde zehn Windräder und deren Zahl soll sich nach dem Willen der Abgeordneten auch nicht wesentlich erhöhen.

So in etwa – wenn auch etwas ausführlicher – ist es in der Beschlussvorlage niedergeschrieben, die die Ratsmitglieder mehrheitlich verabschiedet haben. Die ursprüngliche Vorlage – die eine aktive Gesprächsaufnahme empfahl – war schon im Hauptausschuss auf Ablehnung gestoßen (Volksstimme berichtete). Nach dem erfolgen Sitzungslauf durch die einzelnen Ortschaftsräte und Gremien sind in die Endfassung alle Anmerkungen und Bedingungen eingeflossen.

Verhandlungen mit den Interessenten

Im Großen und Ganzen geht es darum, dass die Stadt keine aktiven Bemühungen für Neuansiedlungen unternehmen wird. Sollten sich aber Interessenten finden, so sind mit diesen Verhandlungen unter Beteiligung der jeweiligen Ortschaftsräte zu führen. Außerdem sind Bebauungspläne zu erstellen und letztendlich soll die betreffende Ortschaft auch ein größeres Stück von dem finanziellen Erlös bekommen. „Das heißt, wer die meiste Last trägt, soll auch am meisten davon haben“, erläutert Bauamtsleiter Olaf Küpper.

Im Beschluss liest sich das so: „Der Bürgermeister soll beauftragt werde, mit potenziellen Antragstellern die konkreten Standorte, die konkreten Konditionen wie Flächenverbrauch an Grund und Boden sowie die finanziellen Rahmenbedingungen zu ermitteln.“ Mit dem letzten Punkt sind die Gewerbesteuereinnahmen, verbindliche Zahlungszeiträume, Flächenpachteinnahmen und Flächenverkaufspreise gemeint. Es geht also um das liebe Geld.

Wenn die Daten dann vorliegen, sind die entsprechenden Anträge den Ortschaftsräten, Ausschüssen und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen. Vorabvereinbarungen über zukünftige mögliche weitere Standorte sind nicht zu treffen.

Es liegt zudem schon eine erste Anfrage zur Errichtung eines Windparks/Repowering im Gebiet Wellen, Klein Rodensleben und Groß Rodensleben vor. Der Ortschaftsrat von Klein Rodensleben hat indessen auf die Vertretung seiner Interessen gepocht, indem er sich an der Beschlussfindung aktiv beteiligen will. Das sichert der getroffene Beschluss des Stadtrates auch für ander Ortschaften nunmehr ab.

Die Investoren planen hier die Vorbereitung der Bebauungspläne für das Jahr 2022. Die Bauphase der Windkraftanlagen wird mit bis zu fünf Jahren angegeben. ? Für den Haushalt der Stadt Wanzleben sind aus dem beschriebenen Vorranggebiet Wellen, Groß Rodensleben, Klein Rodensleben Erträge in Höhe von

55 000 bis 70 000 Euro je Anlage zu erwarten – so die Verwaltung. „Nach aktuellem Kenntnisstand sind fünf bis sechs Anlagen auf dem Gebiet der Stadt vorgesehen“, äußert sich der Bauamtsleiter Olaf Küpper dazu.