Seehausen l Ralf Schmidt (CDU), der Vorsitzendes Sozialausschusses der Stadt Wanzleben, äußerte sich bei der letzten Tagung in dieser Legislaturperiode zufrieden über die erfolgten Arbeiten in der Grundschule Seehausen. „Hier finden Kinder aus den Einzugsbereichen Seehausen und Klein Wanzleben gute Bedingungen vor“, sagte er gegenüber der Volksstimme. „Davon haben wir uns persönlich überzeugen können und wir sind uns in dieser Sicht einig.“

Derzeit werden hier über 140 Kinder unterrichtet. In Vorbereitung des Umzuges der Klein Wanzleber Grundschüler haben im Schulgebäude in Seehausen umfangreiche Baumaßnahmen stattgefunden. So wurden neue Toiletten installiert. Der ehemalige Essenraum sowie ein zusätzlicher Essenraum im Keller der Grundschule wurden saniert. Hier stehen nun Sitzplätze für insgesamt 70 Schüler zur Verfügung.

110.000 Euro wurden investiert

Die Essenräume sind darüber hinaus auch für Klassenkonferenzen und Veranstaltungen nutzbar. Weiterhin entstanden in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung des Schulgebäudes ein Raum für die Schulsozialarbeit und für die Schulsachbearbeiterin der Grundschule Zuckerdorf Klein Wanzleben. Nach der Auslagerung der Grundschule Klein Wanzleben in etwa zwei Jahren werden diese Räume künftig als Computerräume zur Verfügung stehen. Insgesamt sind in dem Gebäude der Grundschule „Ernst-Sonntag“ Seehausen etwa 110.000 Euro für diese Arbeiten aufgebracht worden.

Einen guten Eindruck von den erfolgten Arbeiten bekamen die Ausschussmitglieder in eben den bereits genannten Essenräumen, denn hier erfolgte die Tagung. „Nach den Wahlen werden wir sehen, wie es mit dem Ausschuss weitergeht“, sagte der Vorsitzende. „Es wäre natürlich schön, wenn wir in der gleichen Besetzung weitermachen könnten.“ Die Mitglieder hätten sich jetzt gut eingearbeitet. „Wir haben intensiv Meinungen ausgetauscht, waren auch gewiss nicht immer einer Meinung, haben aber immer auch einen Konsens gefunden“, sagte Ralf Schmidt. „Wichtig war für uns auch die Meinung der vier berufenen Bürger, die in dem Ausschuss quasi mitarbeiten.“

Weiter Streit um Schulbus-Halt

Bei all den positiven Dingen, die die Mitglieder in Seehausen besichtigen konnten, sei aber noch nicht alles zufriedenstellend gelöst. Darauf wies Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke die Versammelten hin. „Bis dato ist immer noch keine zufriedenstellende Lösung in Sachen der kompletten Schülerbeförderung gefunden worden“, formulierte er. Dabei spielte er auf zwei Busse für die Hortkinder an, die nach wie vor nicht direkt an der Schule halten, sondern auf dem Busbahnhof. So müssen die Kinder die etwa 350 Meter von hier aus zum Schulgebäude laufen – entlang von vielbefahrenen Straßen. Die Übernahme von zusätzlichen Kosten im unteren dreistelligen Bereich für einen Halt am Gebäude verweigern bislang Landkreis und die Einheitsgemeinde.

Die Umbauarbeiten in Seehausen und auch in Klein Wanzleben haben außerdem einen triftigen Grund. Der Landkreis Börde saniert ab demnächst die Gesamtschule in Wanzleben. Die dortigen Kinder und Jugendlichen werden nach den Sommerferien nach Klein Wanzleben umziehen. Daraus ergab sich der begonnene Ringtausch der dortigen Grundschüler nach Seehausen. In etwa zwei Jahren wird die ganze Bewegung dann wieder umgekehrt ausgeführt.

Streit um die Finanzierung

„Letztendlich profitieren auch wir als Stadt davon, denn die sanierten Räumlichkeiten an den Standorten stehen dann uns zur Verfügung“, erläuterte Pluntke. „Es ist auch gut, dass nun – laut Aussagen des Landrates Martin Stichnoth – die Möglichkeit besteht, die Busse an der Schule halten zu lassen.“

Allerdings liege die Finanzierung dieser Aktion bei dem Landkreis als Verursacher des großen Ringtauschs. Damit unterstrich Pluntke die in der Verwaltung vorherrschende Meinung, die auch schon Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) kundgetan hatte. Ähnlich sehen das etliche Mitglieder des Sozialauschusses. „Wir sind nur sieben Mitglieder in einem beratenden Ausschuss“, so Ralf Schmidt. „In dieser Funktion machen wir Lösungsvorschläge.“ Die Thematik der Schülerbeförderung liege ohnehin nicht im Aufgabenbereich des Sozialausschusses. Man erhoffe sich aber eine einvernehmliche Lösung, so Schmidt.

Dem stimmte auch Seehausen Bürgermeister Eckhard Jockisch (Freie Wähler) zu. „Die Kinder sind unser höchstes Gut und um die müssen wir uns intensiv kümmern“, sagt er. „Wir als Ortschaftsrat sind da gewiss ein gutes Beispiel. Für die Sanierung der benachbarten Kindertagesstätte haben wir finanzielle Mittel aus der Städtebauförderung in die Hand genommen, das die Einheitsgemeinde nicht hat und somit die Arbeiten ermöglicht.“ Darüber solle seiner Meinung nach noch einmal an verantwortlicher Stelle nachgedacht werden.