Kultur

Neue Chance für die Freilichtbühne im Volkspark von Wanzleben?

Der Volkspark in Wanzleben ist zwar immer noch ein beliebter Treffpunkt, jedoch sind deren Glanzzeiten vorbei. Aber kann vielleicht die Freilichtbühne zu neuem Leben erweckt werden?

An der Freilichtbühne schwelgt Tino Bauer in Erinnerungen. Er würde sich wünschen, dass dieser Ort wiederbelebt wird.
An der Freilichtbühne schwelgt Tino Bauer in Erinnerungen. Er würde sich wünschen, dass dieser Ort wiederbelebt wird. Foto: Constanze Arendt-Nowak

Von Constanze Arendt-Nowak

Wanzleben l Wenn Wanzlebens Ortsbürgermeister Tino Bauer in seinem reichen Fundus an Postkarten kramt, fallen ihm auch regelmäßig die Ansichten vom Amt, zu dem die Burg gehörte, und dem dazugehörigen Amtsgarten, heute Volkspark genannt, in die Hände. „Die preußische Domäne ist Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden und wurde 1778 von der Familie Kühne als königliche Amtsräte gepachtet“, hat er recherchiert. Bis 1945 seien sie Domänenpächter gewesen.

Das Burggelände wurde später von vielen Nutzern bewirtschaftet und war sehr ruinös, als die Familie Kühne das Anwesen 1993 von der damals noch selbständigen Stadt Wanzleben zurückkaufte. Dr. Friedrich-Wilhelm Kühne ist der Enkel des letzten Domänenpächters, dem Amtsrat Erich Kühne. „Der Volkspark wurde damals nicht mit verkauft, mit dem Ziel, ihn weiter als Bürgerpark zu nutzen“, erinnert sich Tino Bauer.

An die Glanzzeiten des Volksparks konnte allerdings damals kaum angeknüpft werden. Und das, obwohl sich die Stadt, wie Tino Bauer, bemüht hat, zu investieren. Unter anderem fällt ihm die Entschlammung des Teiches ein. Die große Rasenfläche wird nach seiner Aussage regelmäßig von den Bauhof-Mitarbeitern gepflegt, auch wenn die hinteren eher naturbelassenen Grünflächen am Teich sicher noch oft ein Stein des Anstoßes bei den Bürgern sind.

Denkt der Ortsbürgermeister aber noch weiter zurück, erinnert er sich, dass in den 1980er-Jahren zwischen dem Hauptweg und dem Sarrelauf Vogelvolieren mit Ziervögeln aufgebaut waren. Zudem berichtet er von Rodelpartien, hübsch bepflanzten Blumenrabatten und von kleinen Teichen, die über Treppen erreichbar waren. Von all dem sind heute allenfalls noch einige Überreste erkennbar. „Der Volkspark war damals ein Naherholungsort“, unterstreicht er. Und auch gefeiert wurde im Volkspark richtig. „Die Freilichtbühne wurde in den 1950er-Jahren errichtet und in den 1960ern war hier richtig was los, an die Filmvorführungen in den 1970er-Jahren kann ich mich noch gut erinnern“, sagt er.

Nachdem die Stadt nochmals in Beleuchtung, Wege und anderes rund um die Bühne investiert hat und es auch Anfang des neuen Jahrtausends noch einige Veranstaltungen der sommerlichen Reihe „Kino im Park“ gegeben hat, ist es ruhig um die Freilichtbühne geworden. So sehr Tino Bauer als Ortsbürgermeister auch den Traum von der Wiederbelebung der Freilichtbühne lebt, ebenso weiß er, dass das wohl ein Traum bleiben wird. „Man kann die Leute vielleicht mal zu einer Veranstaltung vorlocken, aber es wird sich nicht dauerhaft etablieren lassen“, so der Ortsbürgermeister. Ebenso sieht er in dem Vandalismus etwas, das dagegen spricht. Immer wieder sind im Volkspark Schäden in unterschiedlicher Form festzustellen. Das reicht von Graffiti bis hin zu einem geklauten Stadtwappen an der Brücke.

Eine Alternative für eine stärkere Wiederbelebung des Volksparkes könnte es in seinen Augen sein, wenn die Burg eine Symbiose mit dem Volkspark bildet und diesen beispielsweise für Veranstaltungen nutzt. Auf einen Versuch käme es an.

Idylle pur zeigt diese alte Ansicht vom Amtsgarten mit Blick auf die Burg.
Idylle pur zeigt diese alte Ansicht vom Amtsgarten mit Blick auf die Burg.
Fotos (2): Archiv Tino Bauer